Archiv für das Tag 'Zuckerfabrik'

Rückbau der Elsdorfer Zuckerfabrik

19. August 2009

An der Silhouette der Elsdorfer Zuckerfabrik war Elsdorf über Jahrzehnte schon von weitem zu erkennen. Nachdem bereits 2007 die Zuckerrübenverarbeitung eingestellt wurde war der Rückbau der Zuckerfabrik beschlossene Sache – versüsst durch einen 2stelligen Millionenbetrag aus EU-Mitteln. Nachdem bereits einige Bereiche demontiert wurden (so wurde bereits vor einigen Wochen ein Schornstein gesprengt) werden in diesen Tagen Turbinenhaus, Kessel und Schornsteine abgebaut. „Vorarbeiten“ hierzu leistete vor einigen Tagen bereits das Großfeuer im Kesselhaus. Für viele Elsdorfer geht mit dem Rückbau ein Stück Elsdorfer Identität verlohren – nicht nur, weil die Zuckerfabrik die „Skyline“ Elsdorfs prägte, sondern gerade weil hunderte Elsdorfer über Jahrzehnte in der Zuckerfabrik Arbeit fanden.

Rückbau der Elsdorfer Zuckerfabrik

Rückbau der Elsdorfer Zuckerfabrik

 

Großbrand in Elsdorfer Zuckerfabrik

7. Juli 2009

Heute Morgen ab ca. 9:00 Uhr waren die Feuerwehren aus Elsdorf und dem Umland im Großeinsatz: aus dem Turm (Kesselhaus) der Elsdorfer Zuckerfabrik schlugen Flammen, der schwarze Rauch war weithin sichtbar. In Teilen Elsdorf war ein unangenehmer Brandgeruch festzustellen – von einem erkennbaren Krisenmanagement und Informationen über eine mögliche Gesundheitsgefährdung für die Anwohner durch die durch den Brand freigesetzten Stoffe gab es abgesehen von einem hektisch umherfahrenden Messwagen und einigen Polizeisperren in direktem Umfeld der Zuckerfabrik keine Spur, auch auf der Homepage der Gemeinde gibt es keinerlei Hinweise.

Brand der Elsdorfer Zuckerfabrik

Brand der Elsdorfer Zuckerfabrik

Brand der Elsdorfer Zuckerfabrik

 

Bis in den Nachmittag wurde von einem hohen Leiterwagen aus weiter gekühlt bzw. gelöscht. Es liegt die Vermutung nahe, dass das Feuer bei Vorbereitungen (Schweißarbeiten?) zum bevorstehenden Abriss der Zuckerfabrik entstand. Dies wurde zwischenzeitlich in einem Presseartikel bestätigt.

 

Großbrand in der Elsdorfer Zuckerfabrik
 

Großbrand in der Elsdorfer Zuckerfabrik
 

Grossbrand in der Elsdorfer Zuckerfabrik

 

Von der Eifelstraße aus ist das Ausmaß der Verwüstung am besten zu sehen, der gesamte obere Teil des Kesselhauses ist mitsamt Verkleidung nahezu vollständig aus- bzw. abgebrannt. Zahlreiche Schaulustige beobachten von der Eifelstraße aus das Geschehen.

 

Grossbrand in der Elsdorfer Zuckerfabrik
 

Grossbrand in der Elsdorfer Zuckerfabrik
 

Grossbrand in der Elsdorfer Zuckerfabrik

 

Abschließend noch ein Blick auf die Elsdorfer Zuckerfabrik von Pfeifer und Langen aus der Zeit vor dem Brand – warum die Verkleidung des Turms aus offensichtlich brennbarem Material bestand und Feuer fangen konnte wird wohl noch zu klären sein. Zu stören scheint es aber auch die Leiter des Produktionsstandortes nicht so richtig, schließlich wird das Kesselhaus ja sowieso abgerissen.

Zuckerfabrik Elsdorf
Zuckerfabrik Elsdorf
 

Kaum Energie aus Elsdorf

3. Oktober 2008

Gerne wird im „Energiekreis“ Rhein-Erft die Kompetenz in Sachen Energie betont, in Projekten wie terra nova werden große Pläne einer „Zukunfts-Landschaft für Energie“ geschmiedet. Ziel sei „gemeinsam mit Industrie und Landwirtschaft neue Wege der Energiegewinnung zu gehen und neue Märkte zu erschließen“. Auch durch Kirchturmdenken und Verwaltungsmentalität ist eine zeitnahe Realisierung des interkommunalen Gewerbegebietes im Norden Elsdorfs (eine Skizze dazu gibt’s hier), in dem dieser „interkommunale Kompetenzraum für Energie“ entstehen soll, wohl eher unwahrscheinlich.

Während auf Verwaltungsebene im Rahmen von terra nova von einer „energiereichen“ Zukunft geträumt wird, werden die Entscheidungen woanders längst getroffen. Die geplante „Fachhochschule für Technologie, Energie und Chemie Rheinland“ hätte wohl jeder gerne in der Region gesehen, es erfolgte eine Absage für den „Energiekreis“. Nach dem Biogas-Pilotprojet in Neurath plant RWE für gut 10 Millionen Euro am Rande des Gewerbeparks Bergheim südlich von Paffendorf eine weitere Biogasanlage zu errichten. Die Angaben zur verwendeten Menge an Mais und Getreide schwanken zwischen 25.000 und 45.000 Tonnen jährlich, die Angaben zur erzeugten Menge Biogas variieren ebenfalls, und zwar zwischen 10.000 m³ am Tag und 600 m³ in der Stunde (entspricht ca. 14.400 m³ am Tag). Gerne wird dieses Projekt zu terra nova gerechnet, de facto laufen die Planungen aber zwischen RWE und der Stadt Bergheim. 

Wer nun denkt dass dies ein großer Wurf für den westlichen Erftkreis ist sollte mal nach Jülich schauen, wo Pfeifer & Langen, Mutterkonzern der Zuckerfabrik Jülich AG, ebenfalls eine Biogasanlage errichten wird. Geplant ist anfangs eine Leistung von 1.000 m³ Biogas in der Stunde, die später auf 8.000 m³ in der Stunde (!) ausgebaut werden soll. Die neue Anlage soll direkt neben der Zuckerfabrik errichtet werden. Mit 1,4 bis 1,5 Millionen Tonnen Zuckerrüben je Kampagne steht mehr als die 30fache Menge an Biomasse zur Verfügung als in Bergheim. Ob der Bau aus den von der EU gezahlten Stilllegung- und Rückbauprämien für die Zuckerfabrik Elsdorf (man hört von bis zu 20 Millionen Euro), die in den nächsten Monaten größtenteils demontiert wird, oder gemeinsam mit RWE finanziert wird ist gleich, ein fader Beigeschmack für Elsdorf bleibt. Hatte der geplante Bau einer Biogasanlage bereits eine Rolle bei der Entscheidung von Pfeifer und Langen, die Rübenverarbeitung und Produktion ausgerechnet im Stammwerk in Elsdorf zu schließen, gespielt? Eine Erweiterung der Zuckerfabrik Elsdorf mit einer Biogasanlage wäre durch den nahen Tagebau (wie nah der Tagebau ist sieht man gut auf einem Luftbild der Kölnischen Rundschau) und die den Tagebau umgebende Sicherheitszone, in der keine Gebäude errichtet werden dürfen, wohl nicht so einfach möglich gewesen. 

Bei den (Groß-)Projekten geht Elsdorf ebenso wie bei der Ansiedlung neuer Unternehmen meist leer aus. Der Grund hierfür ist naheliegend: die Rahmenbedingungen stimmen nicht. Die Fehler wurden aber nicht in den letzten Jahren, sondern bereits in den letzten Jahrzehnten gemacht. Zu wenig wurde in das wirtschaftliche Wachstum Elsdorfs investiert, zu lange hat man sich allein auf RWE und Pfeifer & Langen verlassen. Höchste Zeit, schnell an der Umsetzung des interkommunalen Gewerbegebietes, an der Ausweisung und Vermarktung neuer Gewerbeflächen und an der Attraktivität Elsdorfs als Wirtschaftsstandort zu arbeiten.

Abriß der Zuckerfabrik Elsdorf

9. September 2008

Zuckerfabrik ElsdorfNachdem bereits 2007 die Rübenverarbeitung und Produktion in der Elsdorfer Zuckerfabrik stillgelegt wurden ist laut der heutigen Print-Ausgabe der Kölnischen Rundschau nun auch der Abriß der nicht mehr benötigten Gebäude terminiert. Der entsprechende Antrag von Pfeifer & Langen wurde bereits im Ausschuß für Bau und Planung am 02.09. zur Kenntnis genommen, mehr dazu im Ratsinformationssystem der Gemeinde Elsdorf. Zwischen Oktober 2009 und April 2010 sollen nach der bereits demontierten Produktionsanlage dann Kläranlage, Rübenhof, Tankanlagen, Kühltürme, Lagerbereiche und Schnitzeltrocknung, Kalkofen, Vorderbetrieb, Wiegehaus und Zuckerhaus, Turbinenhaus und Kessel abgebrochen werden. Inwiefern sich die „Skyline“ Elsdorfs dadurch ändern wird geht aus dem Bericht nicht hervor, vermutlich wird Elsdorf sein „Wahrzeichen“ verlieren. Inwiefern die bisher noch in Elsdorf vorhandenen Bereiche Veredlung und Labor erhalten bleiben wird ebenfalls nicht angesprochen, auch auf die zukünftige Nutzung des Areals wird nicht eingegangen. 

Schönes Elsdorf

28. März 2008

 Die Elsdorfer Zuckerfabrik  Dorfplatz in Neu-Etzweiler  Die alte Mühle bei Esch
 Elsdorf Mittelstraße  Altes Haus in Oberembt  Grouvener Weiher
     

Vielen Dank an Nils Bongartz, der diese Fotos gemacht hat!