Archiv für das Tag 'Tagebau Hambach'

Willkommen zurück beim ::elsdorf-blog.de::

20. November 2020

10 Jahre war es nun ruhig beim ::elsdorf-blog.de:: – Beruf und Familie nahmen (und nehmen noch!) viel Zeit in Anspruch, hinzu kam, dass ich von 2009 bis Herbst 2020 selbst im Stadtrat saß und dadurch der Blick von außen fehlte. Viele der hier im Blog diskutierten Themen waren – und sind – in „meiner“ Partei, der SPD Elsdorf, nicht mehrheitsfähig, insbesondere Zukunftsthemen wie der Klimaschutz mit dem damit verbundenen Ausstieg aus der Braunkohle. Aber so konnte ich die Elsdorfer Politik auch von innen kennenlernen – viel Positives, aber auch viel Schatten und teils auch den praktischen Beweis des Dunning-Kruger-Effekts.  

In den vergangenen Jahren ist einiges passiert in Elsdorf. Seit 2011 ist Elsdorf Stadt, durch die damit verbundene Einrichtung eines eigenen Jugendamtes und eigenen Bauamtes wurden kleine, aber auch größere Projekte wie die Gründung und Etablierung der Gesamtschule oder die Erschließung des Baugebiets am Kapellchen vereinfacht. Projekte, die unter dem damaligen Bürgermeister Wilfried Effertz (SPD) angestoßen wurden und vom seit 2014 amtierenden und jüngst wiedergewählten Bürgermeister Andreas Heller (CDU) weitergeführt werden. Die „Flüchtlingskrise“ 2015 wurde Dank der Unterstützung vieler Ehrenamtlicher Helfer in Elsdorf ganz gut gemeistert, die damit verbundene temporäre Schließung und Belegung der Turnhallen ist im Nachhinein nur eine kleine Episode. Trotz gesteigerter Bemühungen ist es seit 2010 nicht gelungen, durch Unternehmens-Neuansiedlungen neue Arbeitsplätze in höherer Zahl zu schaffen, durch die 2016 bekannt gegebene Schließung großer Teile der Zuckerfabrik gingen zahlreiche Arbeitsplätze verloren. Auch RWE hat in der Zeit hunderte Arbeitsplätze abgebaut – unabhängig vom bevorstehenden Braunkohleausstieg, der dazu führt, dass das Ende der Auskohlung des Tagebau Hambach 2029 statt 2045 sein wird. Einzelne Kraftwerke, dann ausschließlich befeuert mit Kohle aus dem Tagebau Garzweiler, sollen noch bis 2038 weiterlaufen, spätestens dann soll in Deutschland die Co2-intensive Kohleverstromung beendet sein. Für die Region bedeutet dies einen Strukturwandel, für den vom Bund viele Milliarden Euro bereitgestellt werden. Die Kommunen haben sich hierfür unter anderem über die Zukunftsagentur Rheinisches Revier für gemeinsame Projektideen vernetzt und sind dabei, eigene (hoffentlich förderfähige!!) Ideen zu entwickeln, in Elsdorf etwa das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK). Ein spannendes Thema, das für Elsdorf für die kommenden Jahrzehnte prägend sein kann. Interessant wird auch die politische (Rats-)Arbeit der nächsten Jahre: seit 2014 ist die „Stimme für Elsdorf“ im Stadtrat vertreten, eine kritische Bürgerpartei, die oftmals die richtigen Fragen stellt, allerdings auch das eine oder andere mal über’s Ziel hinausschießt. Bei der Kommunalwahl im September erreichte „die Stimme“ 4 Sitze und ist damit die stärkste Oppositionspartei (Grüne und FDP sind mit jeweils 3 Sitzen vertreten), stärkste Partei ist erneut die CDU (16 Sitze), die mit dem Juniorpartner SPD (10 Sitze) eine GroKo bildet, dies aber nicht so nennen mag.

Bleibt die Frage, wie es weitergeht mit dem ::elsdorf-blog.de::. Ganz klar, ::elsdorf-blog.de:: bleibt ein politisches und rein subjektives Blog, das große und kleine Themen in und um Elsdorf aufgreift, aber auch einfach die mehr oder weniger schönen Seiten Elsdorfs zeigt und gerne mal den Finger in die Wunde legt.

Ein großer Dank geht noch an Andre, der das Blog wieder ans Laufen gebracht und zahlreiche Bugs gefixt hat. Die Kommentarfunktion ist noch nicht wieder aktiv, da das damals verwendete Plugin nicht mehr unterstützt wird, aber auch das wird noch behoben werden.

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Großgerätetransport Absetzer 756

22. August 2009

Der Absetzer 756 ist in diesen Tagen mitsamt Bandschleifenwagen unterwegs vom Tagebau Bergheim zum Tagebau Hambach. Hier nun Bilder von der Straßenquerung in Glesch und noch einmal der Zeitplan des spektakulären Großgerätetransports.

Großgerätetransport Absetzer 756 Großgerätetransport Absetzer 756 Großgerätetransport Absetzer 756
Großgerätetransport Absetzer 756 Großgerätetransport Absetzer 756
(Leider funktioniert die Galerie nicht mehr richtig, Großansichten sind daher nur einzeln möglich. Sorry…)

 

  Terminplan Großgerätetransport Absetzer 756 km
von bis
1. Transportabschnitt
05.06.09 Transport vom Tagebau bis vor die Hambachbahn 0.0 1.2
06.06.09 über Hambachbahn, B477, und 380kV Leitung 1.2 2.5
07.06.09 Fahrt bis zum Fernbandeinschnitt F24 2.5 4.9
10.06.09 Verkippung Fernbandeinschnitt Glesch bis zum 14.08.09    
2. Transportabschnitt
20.08.09 Transport bis vor die L361n 0.0 1.4
21.08.09 über L361n, Erft bis vor K 19 1.4 2.1
22.08.09 über K 19, DB Neuss-Horrem bis vor Elsdorfer Fließ 2.1 3.5
24.08.09 Kein Transport / Resttransport bis vor die A61 3.5 4.0
29.08.09 über A61, 110 kV, 20 kV bis vor ehemalige Bahntrasse 4.0 5.0
30.08.09 über ehemalige Bahntrasse, Escher Fließ, 20 kV bis Fernbandeinschnitt 5.0 6.8
31.08.09 über Fernbandtrasse, 15 kV Leitung und L277 6.8 8.0
01.09.09 Transport bis vor die B55 8.0 9.2
02.09.09 über B 55, 15 kV Leitung, L 278 und Kabel 9.2 10.4
03.09.09 über Finkelbachleitung bis vor die 220 kV Leitung 10.4 11.3
04.09.09 durch 220 kV Leitung bis zur Einfahrt Tagebau Hambach 11.3 12.3

Die Wanderung des Absetzers 756

8. Juni 2009

Seit Anfang Juni ist der Absetzer 756 nun unterwegs vom Tagebau Bergheim zum Tagebau Hambach. Vom 10.06. bis 14.08. werden Teile der Bandtrasse bei Glesch verfüllt, ab dem 20.08. „wandert“ der Bagger weiter und soll am 02.09. am Fuße der Sophienhöhe den Tagbau Hambach erreichen.

  Terminplan Großgerätetransport Absetzer 756 km
von bis
1. Transportabschnitt
05.06.09 Transport vom Tagebau bis vor die Hambachbahn 0.0 1.2
06.06.09 über Hambachbahn, B477, und 380kV Leitung 1.2 2.5
07.06.09 Fahrt bis zum Fernbandeinschnitt F24 2.5 4.9
10.06.09 Verkippung Fernbandeinschnitt Glesch bis zum 14.08.09    
2. Transportabschnitt
20.08.09 Transport bis vor die L361n 0.0 1.4
21.08.09 über L361n, Erft bis vor K 19 1.4 2.1
22.08.09 über K 19, DB Neuss-Horrem bis vor Elsdorfer Fließ 2.1 3.5
24.08.09 Kein Transport / Resttransport bis vor die A61 3.5 4.0
29.08.09 über A61, 110 kV, 20 kV bis vor ehemalige Bahntrasse 4.0 5.0
30.08.09 über ehemalige Bahntrasse, Escher Fließ, 20 kV bis Fernbandeinschnitt 5.0 6.8
31.08.09 über Fernbandtrasse, 15 kV Leitung und L277 6.8 8.0
01.09.09 Transport bis vor die B55 8.0 9.2
02.09.09 über B 55, 15 kV Leitung, L 278 und Kabel 9.2 10.4
03.09.09 über Finkelbachleitung bis vor die 220 kV Leitung 10.4 11.3
04.09.09 durch 220 kV Leitung bis zur Einfahrt Tagebau Hambach 11.3 12.3

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Der Indesche Ozean kommt

9. Dezember 2008

Der Braunkohlenausschuss hat gesprochen: zwischen Jülich und Düren wird der Indesche Ozean  entstehen. Statt wie ursprünglich geplant den Tagebau Inden nach der Auskohlung im Jahre 2030 mit dem Abraum des Tagebaus Hambach vollständig zu verfüllen wird das Loch offen gelassen und geflutet. Bis zum Jahre 2065 wird so der größte See Nordrhein-Westfalens entstehen: der Hambacher See wird zwar größer, aber erst um das Jahr 2100 vollständig mit Wasser gefüllt sein. Bereits jetzt ist das Indeland mit dem Blausteinsee, dem neuen Bett des Flusses Inde und der touristischen Erschließung des Tagebaus vorbildlich, bereits vor einigen Monaten wurde darüber hier ausführlich berichtet.

Kritik an dem „Ozean“ kam von verschiedenen Seiten: die Landwirtschaft bemängelt, dass aus deren Sicht wichtige landwirtschaftliche Flächen auf Dauer verschwinden, Naturschützer kritisieren, dass mit dem See eine ökologisch größtenteils tote Fläche entstehen wird. Selbst aus Elsdorf gab es Einwände, es wird ernsthaft Konkurrenz zum erst einige Jahrzehnte später vollständig gefluteten Hambacher See gefürchtet. Dabei können wir froh sein, dass durch den Verbleib großer Mengen Abraums im Tagebau Hambach das Volumen des Sees voraussichtlich kleiner wird. Um was für Dimensionen es sich bei den zukünftigen Seen handelt scheint vielen nicht bewusst zu sein: der Indesche Ozean wird die Größe des Tegernsees haben, der Restsee Hambach wird nach dem Bodensee der zweitgrößte See Deutschlands werden – zum Bötchen fahren und Fischen ist auch ein kleineres Gewässer mehr als ausreichend. Zumindest wird anscheinend genug Wasser zum Fluten der Tagebaulöcher Inden, Garzweiler und Hambach vorhanden sein – wie glaubhaft und zuverlässig diese Prognosen sind und warum gerade jetzt vor dem entscheidenden Treffen des Braunkohlenausschusses die Ergebnisse der Untersuchungen vorgelegt wurden kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden.

Großer Nutznießer der Entscheidung ist RWE: statt mit hohem finanziellem Aufwand, man spricht von um die 250 Millionen Euro, über Jahrzehnte Unmengen von Abraum vom Tagebau Hambach in den Tagebau Inden bringen zu müssen, um diesen zu verfüllen, wird das Loch mit bis zu 800 Millionen Kubikmetern Wasser geflutet. Höchstens ein Bruchteil des so eingesparten Geldes wird in der Region landen, einen Großteil wird RWE für sich verbuchen. Die Hoffnung, dass, wie es angemessen wäre, zumindest ein Teil des eingesparten Geldes in Projekte in den durch die Tagebaue geschädigten Kommunen geht ist wohl ebenfalls nicht realistisch.

Die kleine Gemeinde Inden jedenfalls geht anscheindend den richtigen Weg, wobei die Gemeinde sich beeilen muss: die Einwohnerzahl sinkt, auch durch die Umsiedlungen wegen des Tagebaus, stetig. Wenn man den Berichten in der Presse glauben mag werden schon jetzt ein lebenswertes Umfeld geschaffen und gezielt spezialisierte Unternehmen angesiedelt, auch in Hinblick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung tut sich in der Gemeinde Inden wohl einiges, es werden Visionen entwickelt und vorangetrieben. Anstrengungen, die Rat und Verwaltung der Gemeinde Elsdorf ebenfalls intensiver angehen könnten.

Wenn Bagger wandern – Großgerätetransport 2009

12. September 2008

Bandschleifenwagen auf Wanderschaft - 20042009 ist es wieder soweit – Großgeräte, in diesem Fall der Absetzer 756 und der Bandschleifenwagen 946, „wandern“ über Land vom Tagebau Bergheim in den Tagebau Hambach. Der letzte große Transport fand 2004 zwischen dem Tagebau Garzweiler (Bagger 260, Absetzer 744), dem Tagebau Berheim (Absetzer 755, Bandschleifenwagen 945) und dem Tagebau Hambach statt, begleitet von einem großen öffentlichen Interesse.

Los geht’s im Juni 2009, die Geräde „wandern“ zuerst zur Glescher Mulde, die verkippt werden soll. Hierfür sind zwei Monate veranschlagt. Anschließend geht’s weiter in den Tagebau Hambach. Es soll größtenteils die gleiche Trasse wie 2004 genutzt werden.

Der Transport der Geräte bedeutet zugleich das Ende des Tagebaus Bergheim, der dann vollständig verfüllt ist. Damit wird auch die Bandtrasse westlich von Esch nicht mehr benötigt, was eine Reduzierung der Lärmbelästigung bedeutet und eine weitere Verwendung der Bandanlage, etwa wie bei Terra Nova angedacht als Naherhohlungsgebiet, ermöglicht. 

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