Archiv für das Tag 'Klimawandel'

Jetzt handeln!

11. Januar 2010

Kaum ist bedingt durch die Wirtschaftskrise der Ausstoß an angeblich klimaschädigenden Stoffen gesunken bekommen wir die Auswirkungen zu spüren: sibirische Temeraturen, der Winter hat Deutschland, Europa und die Welt fest im Griff! Die hässliche Fratze des WintersVerkehrschaos, steigende Heizkosten, Bandscheibenvorfälle durchs Schnee schippen, Millionenkosten für den Winterdienst und weitere schlimme Dinge sind die Folgen, nebenbei ist der angebliche Klimawandel, von dem man hier sowieso noch nichts gesehen hat, hiermit eindeutig widerlegt.
Aber solche Winter mit allen negativen Folgen müssen wir uns nicht bieten lassen! Politik und Wirtschaft haben dies schon länger erkannt und zeigen bereits vollen Einsatz, um uns vor solch harten Zeiten zu schützen. Die Politik hat vor ein paar Wochen auf dem Klimagipfel in Kopenhagen richtig gehandelt und sich nicht von ein paar grünen Spinnern, von denen sich sogar einige Wissenschaftler nennen, mit der angeblichen Klimaerwärmung und Bildern von quickfidelen (!) Eisbären täuschen lassen und haben sich nicht zu unsinnigen Klimazielen, die uns nur Geld kosten, hinreißen lassen. RWE, Vattenfall und Co. tun bereits jetzt durch den Bau neuer Kohlekraftwerke und weiter steigendem CO2-Ausstoß mit freundlicher Unterstützung der Politik ihr Bestes, auch die Automobilindustrie und die Unterhaltungsbranche knien sich nach wie vor mit SUVs und immer mehr PS bzw. immer mehr energieschluckendem Schnickschnack voll rein. Aber auch wir können aktiv werden, um die Temperaturen wieder nach oben zu bringen.

Hier ein paar Vorschläge, wie wir solch unmenschliche Minus-Temperaturen in Zukunft verhindern können:
• Größere Autos kaufen – nur so lässt sich der CO2-Ausstoß der PKWs auf Dauer halten
• Mindestens einem Raum permanent bei geöffnetem Fenster heizen
• Geräte auf Standby laufen lassen
• Bewährt hat sich auch, dauerhaft das Licht brennen zu lassen, so schont man auch die auf ein- und ausschalten empfindlich reagierenden Glühbirnen
• Mehr Städte- und Urlaubsreisen mit dem Flugzeug: nicht umsonst gibt es die subventionierten Billigflieger
• Bloß nicht in eine neue Heizung oder Wärmedämmung investieren und ebenfalls
• Nicht in alternative Energien investieren (keine Photovoltaik- oder Solaranlagen, bloß nicht Wind- oder Wasserkraft)
• Die Motoren unserer geparkten Autos den Tag über laufen lassen
• Den richtigen Stromanbieter wählen – nicht geeignete sind bereits mit dem Warnhinweis „Ökostrom“ versehen.

Gemeinsam schaffen wir es so, für unsere Kinder eine bessere, wärmere Welt zu schaffen!

P.s.: Da Ironie und Sarkasmus immer auf Anhieb erkannt werden ist ein Hinweis auf diese nicht erforderlich.

Die Inder und Chinesen sind schuld

20. April 2008

Unsere jüngst zum Sex-Symbol erkorene Kanzlerin Merkel hat mal wieder ihre ganz eigene Sichtweise der Dinge. Nicht die Erzeugung von Biosprit aus wertvollen Lebensmitteln, die Existenzvernichtung von Kleinbauern in Entwicklungsländern durch (Export-)Subventionen, die Zunahme der Weltbevölkerung oder die Folgen des Klimawandels (Versteppung bzw. Verödung von Landschaften, Dürreperioden, Überschwemmungen) sind schuld an den explodierenden Lebensmittelpreisen und den dadurch möglicherweise auftretenden Unruhen, sondern die Inder, die sich erdreisten nun 2 Mahlzeiten am Tag zu essen und die Chinesen, die die Frechheit besitzen, Milch zu trinken.

In Indien etwa nähmen inzwischen rund 300 Millionen Menschen eine zweite Mahlzeit am Tag ein, so Merkel bei der Eröffnung einer Raffinerie in Ostdeutschland. „Wenn die plötzlich doppelt soviel Nahrungsmittel verbrauchen als sie das früher gemacht haben und dann auch noch 100 Millionen Chinesen beginnen, Milch zu trinken, dann verzerren sich natürlich unsere gesamten Milchquoten und vieles andere“. Ne, is klar.

Solche Aussagen sollte man eigentlich eher dem für seine debilen Äußerungen bekannten US-Präsidenten George W. Bush zutrauen als unserer Kanzlerin. Aber es macht wieder deutlich, wie groß der Einfluss der Bauern-Lobby nicht nur auf Kommunaler, sondern besonders auf Bundesebene ist, wie auch das Einknicken bei der EU-Bodenschutzrichtlinie jüngst zeigte.

RWE’s Power. Oder: Lass dich nicht verarschen…

24. Februar 2008

Mit irreführenden Kampagnen (Zitat aus einer Anzeige: „So leisten wir einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz – und für die Zukunft der Region“) versucht RWE Power momentan gezielt, die Braunkohle als saubere, gar klimafreundliche Energieform darzustellen und das Image des Unternehmens in der Region aufzuwerten.

BraunkohlenkraftwerkeDie Braunkohlenkraftwerke zählen jedoch nachweislich zu den größten CO2-Verursachern und tragen damit stark zum Klimawandel bei. Bei der Verbrennung von Braunkohle entsteht durch den geringen Brennwert im Vergleich zu anderen fossilen Brennstoffen übermäßig viel CO2, sogar mehr as doppelt so viel wie etwa bei der Energiegewinnung durch Erdgas (CO2-Emissionen pro verbrannter Tonne SKE bei Braunkohle 3,25 t, Steinkohle 2,68 t, Erdöl 2,30 t, Erdgas 1,50 t). Durch die großen Mengen an anderen Schadstoffen, insbesondere Schwefeldioxid, entstehen zusätzliche Belastungen. Durch neue Techniken wird zwar der Wirkungsgrad der Kraftwerke erhöht, sauberer werden die Kraftwerke dadurch allerdings nur in Relation zur bisher erzeugten Strommenge. Wenn aber die Altanlagen wie in Frimmersdorf nicht stillgelegt werden und die Kapazitäten wie in Niederaußem deutlich erhöht werden (allein hier sollen 400.000 Tonnen Braunkohle im Jahr zusätzlich verbrannt werden) ist dies lediglich ökonomisch von Vorteil und nicht wie propagiert ökologisch. Ökologisch würde die Investition in neue Energien deutlich mehr Sinn machen.

Hier werden von RWE Power Nägel mit Köpfen gemacht und die Weichen wieder mal auf Jahrzehnte rein auf Profit und gegen die Umwelt gestellt. Höchste Zeit, dass dieses Verhalten thematisiert wird und zumindest einige SPD-Politiker wie Guido van den Berg („Es müssen nunmehr zuerst die Abschaltungen für BoA I erfolgen. Dafür gibt es keine Ausreden mehr“) oder Hans Krings („…fordert RWE klar auf die Zusagen der Vergangenheit einzuhalten und damit Verantwortung für den Klimaschutz zu übernehmen“) sich lautstark zu Wort melden. Ohne Bedingungen sollte man RWE Power keine Genehmigungen mehr erteilen.

RWE Power brüstet sich mit den vielen Milliarden Investitionen, die in das rheinische Braunkohlenrevier fließen und die vielen Arbeitsplätze bei RWE Power und den Zulieferbetrieben. Im Gegensatz zu anderen Industriezweigen hat RWE Power aber gar keine andere Möglichkeit als hier zu investieren – die Braunkohle, mit der sich sehr viel Geld verdienen lässt und der Markt für die erzeugte Energie befinden sich nun mal hier und nicht in Osteuropa oder Asien. Ansonsten würden die Investitionen sicherlich nicht in die Region fließen. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln hat sich die Zahl der Beschäftigten im Bereich Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden in der Region allein zwischen 1991 und 2002 um 66% verringert, nach Informationen der Wirtschaftsförderung Rhein-Erft reduzierte sich die Zahl der Beschäftigten im Bereich Energiewirtschaft und Wasserversorgung/Bergbau im Rhein-Erft-Kreis zwischen 1980 und 2002 um 50% von 11.200 auf 5.807.

Interessant wären im Gegenzug die Zahlen für den volkswirtschaftlichen Schaden, der durch die Energiegewinnung durch Braunkohle entsteht, sei es allein auf den Tagebau Hambach und Elsdorf bezogen durch die Belegung riesiger wertvoller Flächen durch den Tagebau, die die Gemeinde Elsdorf ebenso hart trifft wie die Schwächung des Standortes durch abgeschnittene Verkehrswege oder die durch die Nähe des Tagebaus bedingte Abwertung des Siedlungsraumes und die dadurch resultierende negative Bevölkerungsentwicklung oder überregional durch die zukünftigen Schäden durch den durch die Kraftwerke stark forcierten Klimawandel. Da Dinge wie ersteres für RWE Power nicht von Bedeutung sind und für letzteres RWE Power nicht in die Verantwortung genommen wird kann RWE stolz verkünden, dass das Betriebsergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr um 15% auf 6,5 Milliarden Euro gesteigert werden konnte und ein Nettogewinn von knapp 3 Milliarden Euro erzielt wurde. RWE Power investiert Milliarden in neue Anlagen und ist einer der größten Arbeitgeber in der Region? Sicher, aber nicht aus lauter Nettigkeit, sondern aus strategischen Überlegungen und zur weiteren Gewinnmaximierung, mit Braunkohle lässt sich halt gut verdienen. RWE Power hat für Elsdorf in den letzten Jahrzehnten viel getan und sichert für viele Familien die Existenz – ob die Bilanz für Elsdorf aber mittel- bis langfristig aufgeht ist angesichts der momentanen (Bevölkerungs-)Entwicklung hier in Elsdorf sehr zweifelhaft.