Archiv für das Tag 'Bedburg'

Die Bodenrichtwerte (Grundstückspreise) in Elsdorf

12. Juni 2008

Wer sich nicht die Mühe machen möchte die Bodenrichtwerte (Grundstückspreise) für Elsdorf über das Bodenrichtwertinformationssystem, kurz BORIS, selbst zu recherchieren, wird nun auf der Homepage der Gemeinde Elsdorf fündig, auf der die aktuellen Bodenrichtwerte aufgeführt sind (.pdf, 7 KB). Zum 01.01.08 liegen diese im Gemeindegebiet zwischen 105 EUR/m² in Tollhausen und 150 EUR/m² in Heppendorf. Einige Werte im Einzelnen:

01.01.08 31.12.05 31.12.97
Oberembt 120,00 € 120,00 € 110,00 DM
Niederembt 115,00 € 115,00 € 120,00 DM
Tollhausen 105,00 € 105,00 € 110,00 DM
Esch 140,00 € 145,00 € 150,00 DM
Angelsdorf 140,00 € 145,00 € 150,00 DM
Elsdorf 140,00 € 140,00 € 150,00 DM
Giesendorf 140,00 € 140,00 € 140,00 DM
Berrendorf 135,00 € 140,00 € 140,00 DM
Grouven 115,00 € 120,00 € 130,00 DM
Heppendorf 150,00 € 150,00 € 150,00 DM

Auf Sicht von 10 Jahren haben sich die Grundstückspreise in der Gemeinde Elsdorf nahezu verdoppelt, allerdings sind in den letzten Jahren die Preise wieder rückläufig, insbesondere in den tagebaunahen Ortsteilen Esch, Angelsdorf, Berrendorf. Da sich die Bodenrichtwerte nach den erzielten Verkaufserlösen richten ist insbesondere in Elsdorf mit einem weiteren Rückgang der Bodenrichtwerte zu rechnen, da die Grundstücke an der ehemaligen Bahntrasse mittlerweile für 120 bis 130 EUR/m² angeboten werden.

Und wie sieht es in den Nachbarkommunen aus? In Bedburg liegen die Grundstückspreise zwischen 115 EUR/m² (im Süden Bedburgs) und 150 EUR/m² (Kaster) bzw. 155 EUR/m² (hinter dem Schloss). In Bergheim liegen die Richtwerte zum 01.01.08 bei 120 EUR/m² in Glesch, 130 EUR/m² in Paffendorf, 150 EUR/m² in Thorr und 205 EUR/m² im Zentrum Bergheims. In Kerpen-Sindorf machen sich die Nähe zu Köln und die gute Infrastruktur bemerkbar, die Quadratmeterpreise liegen bei 170 bis 185 EUR.

Die Grundstückspreise in Elsdorf liegen somit mehr oder weniger unter denen der Nachbarkommunen. Die Nähe zu Kerpen-Sindorf und die gute Anbindung dürften die Gründe dafür sein, dass auf Elsdorfer Gebiet die Grundstückspreise in Heppendorf mit 150 EUR/m² am höchsten sind. Zu welchen Konditionen sich schlussendlich die Elsdorfer Baugebiete „Ehemalige Bahntrasse“ (.pdf 950 KB) und „Zum Kapellchen“ (.pdf, 453 KB) vermarkten lassen werden wird sich zeigen.

Quo vadis Elsdorf?

30. Dezember 2007

Ende diesen Jahres wird die Einwohnerzahl Elsdorfs laut Amtsblatt wieder deutlich gesunken sein, binnen eines Jahres um mehr als 100 auf gut 21.300. Nachdem die Bevökerung Elsdorfs von 1990 bis 1999 von 19.944 auf 21.767 wuchs, ist Elsdorf jetzt am schrumpfen. Wer dies allein auf die demografische Entwicklung schiebt macht es sich zu einfach: zwischen 1999 und 2005 stiegen die Einwohnerzahlen in den Nachbarkommunen Bergheim und Bedburg deutlich von 62.661 auf 63.639 bzw. von 24.190 auf 24.892, wie eine Statistik der WFG (Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rhein-Erft) zeigt. In einem Handout eines Vortrags im Rahmen der Regionomica 2003 findet man eine Grafik über das „Positive Wachstumssaldo in den Gemeinden“ (S. 5). Es zeigt sich, dass das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Zuzug und Wegzug von allen Gemeinden des Rhein-Erft-Kreises in Elsdorf am schlechtesten ist. Natürlich fällt in diesen Zeitraum auch die Umsiedlung Alt-Etzweilers, sodass die Zahlen sicherlich etwas verzerrt sind, dennoch ist der Zusammenhang zwischen den Wanderungen und der Entwicklung der Einwohnerzahl nicht von der Hand zu weisen.

Doch woran liegt es, dass Elsdorf bei der Wahl des Wohnortes oftmals nur zweite Wahl ist? In dem oben erwähnten Handout ist eine weitere interessante Statistik (S. 10), die besagt, dass 2001 74% aller Beschäftigten mit Wohnsitz im Rhein-Erft-Kreis außerhalb des Kreises arbeiteten und entsprechend pendelten. Wenn man nun die Pendler innerhalb des Kreises hinzurechnet sind die Arbeitsplätze vor Ort also nicht ausschlaggebend für die Wahl des Wohnortes. Ein seit Jahren anhaltender Trend ist, dass Familien von der Stadt aufs Land ziehen, da die Lebensqualtität besonders für Kinder höher und die Grundstückspreise niedriger sind als in der Stadt, hier Köln. Die Grundstückspreise in Bedburg, Bergheim und Elsdorf liegen laut Landesvermessungsamt NRW auf einem vergleichbaren Niveau. In Elsdorf fehlt es aber an neuen Wohngebieten. Während in den letzten Jahren zum Beispiel in Bedburg etwa hinter dem Schloß und in Kaster (Baugebiet im Spless) große Flächen erschlossen wurden, tat sich in Elsdorf, nicht zuletzt wegen der schlechten finanziellen Lage der Gemeinde, wenig. In diesem Jahr konnte die „Bahntrasse“ als kleines Baugebiet erschlossen werden, bisher wurde aber noch kein Grundstück bebaut. Der Grundstein für ein zukünftiges Wachstum Elsdorfs ist mit dem ansprechend konzipierten Wohngebiet „zum Kapellchen“ und dem Mischgebiet an der Carl-Diem-Straße aber bereits gelegt, beide Gebiete werden in den nächsten Jahren erschlossen. 

Elsdorf kann punkten mit einer hohen Zahl an Kindergartenplätzen, dem umfangreichen Vereins- und Sportangebot, einem Freibad und den umfangreichen Einkaufsmöglichkeiten, wobei die traditionellen Elsdorfer Einkaufsstraßen (Köln-Aachener, Gladbacher), nicht zuletzt durch den Konkurrenzdruck der neuen Zentren „Hinter den Gärten“ und „Carl-Diem-Straße“, an Attraktivität verlieren. Aber warum ist in Elsdorf das Verhältnis zwichen Zu- und Wegzug so schlecht? Klar, fehlende neue Wohngebiete, aber dafür stehen dutzende von Häusern leer. Einer der Hauptgründe dürfte der nahe Tagebau Hambach sein: die Bagger sind je nach Witterung deutlich zu sehen und zu hören, der Garant für Lebensqualität und Freizeitaktivitäten, der Bürge-Wald, abgeholzt und weggebaggert. Viele Elsdorfer haben ein Stück Heimat verlohren, es gibt reizvolleres als „am Loch“ zu wohnen. Auch mit dem Freizeitwert Elsdorfs steht es nicht zum Besten: unzureichende Angebote für Kinder und Jugendliche, nur wenige interessante gastronomische Angebote und Lokale, zudem ein sehr begrenztes Kulturprogramm.  Eine entscheidende Rolle dürfte auch die schlechte Nahverkehrs-Anbindung spielen.

Die Möglichkeiten Elsdorf attraktiver zu gestalten sind aufgrund der finanziellen Lage der Gemeinde und den Rahmenbedingungen (Tagebau) begrenzt. Doch durch das Projekt Terra Nova und Gespräche mit dem Tagebaubetreiber RWE Power könnten ohne großen eigenen Finanzaufwand wichtige mittelfristige Verbesserungen der Lebensqualität erreicht werden: eine Aufwertung der Landschaft und Schaffung eines Naherhohlungsgebietes. Die Aufforstung des Tagebau-Nordrandes als natürlichen Puffer, Filter und Sichtschutz zwischen Tagebau und den Ortsteilen Esch, Angelsdorf, Giesendorf, Berrendorf und Wüllenrath und die Schaffung attraktiver Grünbereiche für einen höheren Freizeitwert für Jogger, Wanderer, Radfahrer, Kinder, Jugendliche und Hunde(-besitzer) sind überlegenswerte Ziele. Eine der wichtigsten Aufgaben der Politik in Elsdorf ist und bleibt, Wohnwert und Lebensqualität zu verbessern – hoffen wir, dass Rat und Verwaltung hier gemeinsam in die richtige Richtung arbeiten.