Die automobile Zukunft!? – Update Elektroautos

28. Februar 2009

Bereits im letzten Jahr wurden hier im ::elsdorf-blog.de:: verschiedene interessante Konzepte für alternative Antriebsformen für unsere Autos vorgestellt.

 

Nicht zuletzt durch die immensen Schwankungen der Benzinpreise und die Krise der Automobilbranche, die nun wirklich jedem zeigt, dass die bisherige Modellpolitik gerade der deutschen Hersteller (lieber immer größer und schneller statt effizienter) am Markt vorbei geht, woran auch „Spritspar-Mogelpackungen“ und schöne Wortschöpfungen der Hersteller nichts ändern, rücken alternative Antriebsformen, insbesondere der Elektro-Antrieb, wieder vermehrt in den Fokus.

 

Weltweit gibt es Pilotprojekte, etwa von Better Place, die unter anderem in Israel (das Land bietet sich aufgrund der besonderen geographischen und politischen Situation an) in den nächsten Jahren eine komplette Elektroauto-Flotte inklusive einem flächendeckenden Netz von Elektro-Zapfsäulen und automatisierten Batterie-Wechselstationen aufbauen wollen, von BMW initiierte Projekte zusammen mit E.ON in ausgewählten Großstädten, und Daimler zusammen mit RWE, was man aber in Anbetracht des branchenüblichen „Greenwashings“ (eine interessante Studie (.pdf, ca. 1,57 MB) hierzu gibt’s von LobbyControl) aber erst mal kritisch beobachten sollte.

 

Trotz aller Euphorie und allem Fortschrittswillen: Elektroautos sind von der CO2-Bilanz nur dann sinnvoll, wenn der Strom nicht aus Braun- oder Steinkohlekraftwerken (incl. den vielgepriesenen „modernen“ Kraftwerken) stammt. Dieses Problem dürfte sich allerdings spätestens in wenigen Jahrzehnten, wenn die Kohlerverstromung als primäre Energieform Vergangenheit ist, von selbst gelöst haben. Elektroautos könnten dann sogar als effiziente Energiepuffer bei schwankender Wind- und Solareinspeisung dienen.

 

5 Reaktionen zu “Die automobile Zukunft!? – Update Elektroautos”

  1. Andreasam 3. April 2009 um 21:20 Uhr

    Selbst wenn man den Strom fürs Elektroauto aus Öl/Benzin gewinnt, spricht die CO2-Bilanz immer noch fürs Elektroauto. Dies hat damit zu tun, dass Elektromotoren eine höhere Effizienz haben, dass Elektromotoren bei Fahrzeugstillstand, zb an der Ampel keinen Strom verbrauchen, dass mittels Rekupation beim Bremsen der Strom rückgewonnen wird. (Wer hat denn schon mal ein Benzinauto beobachtet, wo sich der Tank beim Bremsen wieder gefüllt hat ? ich nicht..) – Alles spricht also fürs Elektroauto, jedoch die Politik ist auch zu Schröders Zeiten einfach immer nur den grossen Benzinautomobilkonzernen hinten rein gekrochen.

  2. adminam 12. Mai 2009 um 13:18 Uhr

    Der Wille zur Entwicklung von Elektroautos – und der dafür erforderlichen Infrastruktur – scheint langsam vorhanden zu sein. Deutschland und Frankreich planen nun eine Zusammenarbeit in diesem Bereich, bereits vor einigen Tagen haben unterschiedliche Unternehmen aus der Auto- und Energiewirtschaft eine branchenübergreifende Initiative gegründet. Noch gibt es wenig Konkretes, aber immerhin rücken alternative Antriebsformen mehr und mehr in den Blickpunkt und gewinnen zusehends Akzeptanz.

  3. adminam 16. Juli 2009 um 14:38 Uhr

    In einer Pressemitteilung bezieht der Verkehrsclub Deutschland e.V. Stellung zu den laufen Greenwashing-Kampangen von RWE, BMW und Co.:

    Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) warnt anlässlich des (…) Starts der RWE-Roadshow in Berlin vor übereilter Euphorie beim Thema Elektrofahrzeuge. Es sei zwar gut und richtig, jetzt die Elektromobilität voranzubringen und Forschungsanstrengungen in dem Bereich zu verstärken. Doch sei das Engagement von RWE als Atom- und Kohlestromriese und als einer der größten CO2-Emittenten Europas für eine klimaschützende Mobilität wenig glaubwürdig. Elektromobilität sei nur dann tatsächlich klimaschonend, wenn die Energie dafür aus erneuerbaren Energien gewonnen werde. RWE stelle jedoch nur zu einem Bruchteil Strom aus Wasserkraft oder anderen Erneuerbaren her, 88 Prozent stammen aus fossilen Energieträgern und aus der Kernkraft. Im Rahmen seiner Roadshow wird RWE in sieben Großstädten eine „Tankstelle der Zukunft“ aufbauen, in denen über elektrobetriebene Autos informiert wird. Zudem will RWE an den Standorten Stromladesäulen installieren.

    Werner Korn vom VCD-Bundesvorstand: „Elektromobilität steht derzeit bei Politikern und Unternehmen hoch im Kurs. Doch selbst positive Schätzungen gehen von ein bis zwei Millionen Fahrzeugen im Jahr 2020 aus – das sind nicht einmal fünf Prozent des Bestandes! Der Rest – fast 50 Millionen PKW – wird weiter mit Benzin oder Diesel unterwegs sein. Das zeigt, dass zur Lösung der akuten Probleme von Klimawandel und Ressourcenschwund Elektroautos in absehbarer Zeit keinen entscheidenden Beitrag leisten können.“

    Nach Einschätzung des VCD werden Elektroautos in den ersten Produktionsjahren 10 000 bis 20 000 Euro teuer sein als Benziner. Nach wie vor gebe es bisher keine bezahlbare und ausgereifte Batterietechnik. Autos mit Verbrennungsmotor würden demnach noch viele Jahre den Markt beherrschen.
    Deshalb sei es für den Klimaschutz absolut vorrangig, den Kraftstoffverbrauch von Pkw deutlich zu senken.

    Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher: „Die deutsche Autoindustrie brennt derzeit ein Feuerwerk zu Elektroautos ab. Dabei bietet sie kein einziges elektrisch betriebenes Serienfahrzeug an. Der Elektro-Smart oder der BMW Mini E, die mit großem Werbeaufwand in Modellversuchen unterwegs sind, sind umgebaute Benziner und keine wirklichen Neuentwicklungen. Für die Fahrzeuge werden bis heute keine Preise genannt. Das Elektroauto hat keine Zukunft als klassische Rennreiselimousine, sondern am ehesten als Leichtbau-Stadtauto, das in Fahrzeugflotten unterwegs ist. Deshalb wäre auch ein Austausch zwischen den klassischen Autoherstellern, Verkehrsplanern und Herstellern, die jährlich ein paar hundert dreirädrige Twike oder CityEl herstellen, sinnvoll. Mit ihren aktuellen Aktivitäten lenkt die Autoindustrie nur von ihrem Versagen in den letzten Jahren ab, den CO2-Ausstoß wie versprochen zu senken.“

  4. adminam 19. August 2009 um 13:48 Uhr

    Der nun vorgestellte nationale Entwicklungsplan für Elektroautos der Bundesregierung ist eine Lachnummer: viele Absichtsbekundungen und nichts konkretes. Kein Wunder, dass er vom Spiegel als Wahlkampf und Showeinlage abgetan wird – nicht zuletzt, weil durch die Abwackprämie jüngst erst die konventionellen Autos unabhängig von Verbrauch und Größe mit Milliarden subventioniert wurden.

    Das im Moment wohl alltagstauglichste Elektoauto kommt entsprechend auch nicht aus Deutschland (obwohl sich die deutschen Hersteller ja gerne „grün“ geben) sondern aus Norwegen von der Firma Think.

  5. adminam 24. Oktober 2009 um 12:44 Uhr

    RWE springt mehr und mehr auf den Zug der (real noch nicht in einem nennenswerten Umfang existierenden) Elekroautos auf: die wenigen größtenteils ungenutzen „Elektrozapfsäulen“ (denn wer soll dort mit welchem Fahrzeug vorfahren??) werden massiv in Anzeigen, im Internet und in TV-Spots beworben, reinstes Greenwashing eines Unternehmens was sich jetzt auf noch sattere Gewinne aufgrund der bevorstehenden Änderung der Restlaufzeiten der AKWs freuen kann.
    Noch erstaunlicher ist die neueste Aktion von RWE, in der RWE komplette „Elektroauto-Pakete“ anbietet, bestehend aus einem Elektroauto mit Ladestation und RWE-Autostrom-Vertrag. Tolle Idee für eine Marketingkampagne und ein Prestige-Projekt, denn mehr wird es wohl nicht sein. Ein größerer Massenmarkt ist offensichtlich anvisiert: einen Preis hat dieses Komplettpaket nämlich nicht, denn RWE möchte lediglich „denjenigen Kunden, die jetzt schon zum Thema Elektromobilität voRWEg gehen wollen, bereits heute ein Angebot machen.“

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