Archiv für das Tag 'Tagebau'

Neue Tagebauzufahrt in Elsdorf

admin 8. März 2008

Tagebauzufahrt ElsdorfDort, wo einstmals die L 276 (Dürener Straße) Richtung Etzweiler und weiter zur Autobahnauffahrt auf die A4 (Buir / Elsdorf) führte, wird am Tagebaurand momentan fleißig gebaut. Hier entsteht die neue nordliche Hauptzufahrt zum Tagebau Hambach, die die bisherige in der Höhe von Tollhausen aufgrund des voranschreitenden Tagebaus ablösen wird. Damit die Straßen Elsdorfs nicht durch die verstaubten bzw. verschlammten Fahrzeuge aus dem Tagebau zu sehr verdreckt werden wird eine “Säuberungszone” gebaut. Damit Ungbefugte nicht in den Tagebau fahren, etwa weil die Navigationssysteme die geänderte Straßenführung noch nicht kennen, wird neben einer eindeutigen Beschilderung eine Schrankenanlage errichtet. Wie groß die zusätzliche Belastung für Elsdorf durch zunehmenden (Schwerlast-)Verkehr und steigende Verschmutzung wird wird sich zeigen, ein Aussichtspunkt wäre in dieser dem Ortskern recht nahen Lage sicherlich eine angenehmerere Maßnahme gewesen.

RWE’s Power. Oder: Lass dich nicht verarschen…

admin 24. Februar 2008

Mit irreführenden Kampagnen (Zitat aus einer Anzeige: “So leisten wir einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz – und für die Zukunft der Region”) versucht RWE Power momentan gezielt, die Braunkohle als saubere, gar klimafreundliche Energieform darzustellen und das Image des Unternehmens in der Region aufzuwerten.

BraunkohlenkraftwerkeDie Braunkohlenkraftwerke zählen jedoch nachweislich zu den größten CO2-Verursachern und tragen damit stark zum Klimawandel bei. Bei der Verbrennung von Braunkohle entsteht durch den geringen Brennwert im Vergleich zu anderen fossilen Brennstoffen übermäßig viel CO2, sogar mehr as doppelt so viel wie etwa bei der Energiegewinnung durch Erdgas (CO2-Emissionen pro verbrannter Tonne SKE bei Braunkohle 3,25 t, Steinkohle 2,68 t, Erdöl 2,30 t, Erdgas 1,50 t). Durch die großen Mengen an anderen Schadstoffen, insbesondere Schwefeldioxid, entstehen zusätzliche Belastungen. Durch neue Techniken wird zwar der Wirkungsgrad der Kraftwerke erhöht, sauberer werden die Kraftwerke dadurch allerdings nur in Relation zur bisher erzeugten Strommenge. Wenn aber die Altanlagen wie in Frimmersdorf nicht stillgelegt werden und die Kapazitäten wie in Niederaußem deutlich erhöht werden (allein hier sollen 400.000 Tonnen Braunkohle im Jahr zusätzlich verbrannt werden) ist dies lediglich ökonomisch von Vorteil und nicht wie propagiert ökologisch. Ökologisch würde die Investition in neue Energien deutlich mehr Sinn machen.

Hier werden von RWE Power Nägel mit Köpfen gemacht und die Weichen wieder mal auf Jahrzehnte rein auf Profit und gegen die Umwelt gestellt. Höchste Zeit, dass dieses Verhalten thematisiert wird und zumindest einige SPD-Politiker wie Guido van den Berg („Es müssen nunmehr zuerst die Abschaltungen für BoA I erfolgen. Dafür gibt es keine Ausreden mehr“) oder Hans Krings (“…fordert RWE klar auf die Zusagen der Vergangenheit einzuhalten und damit Verantwortung für den Klimaschutz zu übernehmen”) sich lautstark zu Wort melden. Ohne Bedingungen sollte man RWE Power keine Genehmigungen mehr erteilen.

RWE Power brüstet sich mit den vielen Milliarden Investitionen, die in das rheinische Braunkohlenrevier fließen und die vielen Arbeitsplätze bei RWE Power und den Zulieferbetrieben. Im Gegensatz zu anderen Industriezweigen hat RWE Power aber gar keine andere Möglichkeit als hier zu investieren - die Braunkohle, mit der sich sehr viel Geld verdienen lässt und der Markt für die erzeugte Energie befinden sich nun mal hier und nicht in Osteuropa oder Asien. Ansonsten würden die Investitionen sicherlich nicht in die Region fließen. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln hat sich die Zahl der Beschäftigten im Bereich Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden in der Region allein zwischen 1991 und 2002 um 66% verringert, nach Informationen der Wirtschaftsförderung Rhein-Erft reduzierte sich die Zahl der Beschäftigten im Bereich Energiewirtschaft und Wasserversorgung/Bergbau im Rhein-Erft-Kreis zwischen 1980 und 2002 um 50% von 11.200 auf 5.807.

Interessant wären im Gegenzug die Zahlen für den volkswirtschaftlichen Schaden, der durch die Energiegewinnung durch Braunkohle entsteht, sei es allein auf den Tagebau Hambach und Elsdorf bezogen durch die Belegung riesiger wertvoller Flächen durch den Tagebau, die die Gemeinde Elsdorf ebenso hart trifft wie die Schwächung des Standortes durch abgeschnittene Verkehrswege oder die durch die Nähe des Tagebaus bedingte Abwertung des Siedlungsraumes und die dadurch resultierende negative Bevölkerungsentwicklung oder überregional durch die zukünftigen Schäden durch den durch die Kraftwerke stark forcierten Klimawandel. Da Dinge wie ersteres für RWE Power nicht von Bedeutung sind und für letzteres RWE Power nicht in die Verantwortung genommen wird kann RWE stolz verkünden, dass das Betriebsergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr um 15% auf 6,5 Milliarden Euro gesteigert werden konnte und ein Nettogewinn von knapp 3 Milliarden Euro erzielt wurde. RWE Power investiert Milliarden in neue Anlagen und ist einer der größten Arbeitgeber in der Region? Sicher, aber nicht aus lauter Nettigkeit, sondern aus strategischen Überlegungen und zur weiteren Gewinnmaximierung, mit Braunkohle lässt sich halt gut verdienen. RWE Power hat für Elsdorf in den letzten Jahrzehnten viel getan und sichert für viele Familien die Existenz - ob die Bilanz für Elsdorf aber mittel- bis langfristig aufgeht ist angesichts der momentanen (Bevölkerungs-)Entwicklung hier in Elsdorf sehr zweifelhaft.

Absetzen!

admin 18. Februar 2008

Im Nordosten der Sophienhöhe können momentan die Absetzer der RWE Power gut aus der Nähe beobachtet werden. Die Vorgehensweise, einen Wall aufzuschütten und hinter diesem zu verkippen, um die Staubbelästigung möglichst gering zu halten, scheint nicht ganz aufzugehen. Kein Wunder, wenn aus solchen Höhen geschüttet wird. In gut 15 Jahren soll auf der Höhe Elsdorfs verkippt werden, hoffentlich wird dann eine verbesserte Technik angewendet. Ansonsten werden es laute und staubige Zeiten für Elsdorf…

Absetzer am Tagebau HambachAbsetzer am Tagebau HambachAbsetzer am Tagebau Hambach

Quo vadis Elsdorf?

admin 30. Dezember 2007

Ende diesen Jahres wird die Einwohnerzahl Elsdorfs laut Amtsblatt wieder deutlich gesunken sein, binnen eines Jahres um mehr als 100 auf gut 21.300. Nachdem die Bevökerung Elsdorfs von 1990 bis 1999 von 19.944 auf 21.767 wuchs, ist Elsdorf jetzt am schrumpfen. Wer dies allein auf die demografische Entwicklung schiebt macht es sich zu einfach: zwischen 1999 und 2005 stiegen die Einwohnerzahlen in den Nachbarkommunen Bergheim und Bedburg deutlich von 62.661 auf 63.639 bzw. von 24.190 auf 24.892, wie eine Statistik der WFG (Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rhein-Erft) zeigt. In einem Handout eines Vortrags im Rahmen der Regionomica 2003 findet man eine Grafik über das “Positive Wachstumssaldo in den Gemeinden” (S. 5). Es zeigt sich, dass das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Zuzug und Wegzug von allen Gemeinden des Rhein-Erft-Kreises in Elsdorf am schlechtesten ist. Natürlich fällt in diesen Zeitraum auch die Umsiedlung Alt-Etzweilers, sodass die Zahlen sicherlich etwas verzerrt sind, dennoch ist der Zusammenhang zwischen den Wanderungen und der Entwicklung der Einwohnerzahl nicht von der Hand zu weisen.

Doch woran liegt es, dass Elsdorf bei der Wahl des Wohnortes oftmals nur zweite Wahl ist? In dem oben erwähnten Handout ist eine weitere interessante Statistik (S. 10), die besagt, dass 2001 74% aller Beschäftigten mit Wohnsitz im Rhein-Erft-Kreis außerhalb des Kreises arbeiteten und entsprechend pendelten. Wenn man nun die Pendler innerhalb des Kreises hinzurechnet sind die Arbeitsplätze vor Ort also nicht ausschlaggebend für die Wahl des Wohnortes. Ein seit Jahren anhaltender Trend ist, dass Familien von der Stadt aufs Land ziehen, da die Lebensqualtität besonders für Kinder höher und die Grundstückspreise niedriger sind als in der Stadt, hier Köln. Die Grundstückspreise in Bedburg, Bergheim und Elsdorf liegen laut Landesvermessungsamt NRW auf einem vergleichbaren Niveau. In Elsdorf fehlt es aber an neuen Wohngebieten. Während in den letzten Jahren zum Beispiel in Bedburg etwa hinter dem Schloß und in Kaster (Baugebiet im Spless) große Flächen erschlossen wurden, tat sich in Elsdorf, nicht zuletzt wegen der schlechten finanziellen Lage der Gemeinde, wenig. In diesem Jahr konnte die ”Bahntrasse” als kleines Baugebiet erschlossen werden, bisher wurde aber noch kein Grundstück bebaut. Der Grundstein für ein zukünftiges Wachstum Elsdorfs ist mit dem ansprechend konzipierten Wohngebiet ”zum Kapellchen” und dem Mischgebiet an der Carl-Diem-Straße aber bereits gelegt, beide Gebiete werden in den nächsten Jahren erschlossen. 

Elsdorf kann punkten mit einer hohen Zahl an Kindergartenplätzen, dem umfangreichen Vereins- und Sportangebot, einem Freibad und den umfangreichen Einkaufsmöglichkeiten, wobei die traditionellen Elsdorfer Einkaufsstraßen (Köln-Aachener, Gladbacher), nicht zuletzt durch den Konkurrenzdruck der neuen Zentren “Hinter den Gärten” und “Carl-Diem-Straße”, an Attraktivität verlieren. Aber warum ist in Elsdorf das Verhältnis zwichen Zu- und Wegzug so schlecht? Klar, fehlende neue Wohngebiete, aber dafür stehen dutzende von Häusern leer. Einer der Hauptgründe dürfte der nahe Tagebau Hambach sein: die Bagger sind je nach Witterung deutlich zu sehen und zu hören, der Garant für Lebensqualität und Freizeitaktivitäten, der Bürge-Wald, abgeholzt und weggebaggert. Viele Elsdorfer haben ein Stück Heimat verlohren, es gibt reizvolleres als “am Loch” zu wohnen. Auch mit dem Freizeitwert Elsdorfs steht es nicht zum Besten: unzureichende Angebote für Kinder und Jugendliche, nur wenige interessante gastronomische Angebote und Lokale, zudem ein sehr begrenztes Kulturprogramm.  Eine entscheidende Rolle dürfte auch die schlechte Nahverkehrs-Anbindung spielen.

Die Möglichkeiten Elsdorf attraktiver zu gestalten sind aufgrund der finanziellen Lage der Gemeinde und den Rahmenbedingungen (Tagebau) begrenzt. Doch durch das Projekt Terra Nova und Gespräche mit dem Tagebaubetreiber RWE Power könnten ohne großen eigenen Finanzaufwand wichtige mittelfristige Verbesserungen der Lebensqualität erreicht werden: eine Aufwertung der Landschaft und Schaffung eines Naherhohlungsgebietes. Die Aufforstung des Tagebau-Nordrandes als natürlichen Puffer, Filter und Sichtschutz zwischen Tagebau und den Ortsteilen Esch, Angelsdorf, Giesendorf, Berrendorf und Wüllenrath und die Schaffung attraktiver Grünbereiche für einen höheren Freizeitwert für Jogger, Wanderer, Radfahrer, Kinder, Jugendliche und Hunde(-besitzer) sind überlegenswerte Ziele. Eine der wichtigsten Aufgaben der Politik in Elsdorf ist und bleibt, Wohnwert und Lebensqualität zu verbessern – hoffen wir, dass Rat und Verwaltung hier gemeinsam in die richtige Richtung arbeiten.

Ausflugstipp Burg Reuschenberg

admin 27. Dezember 2007

Sreenshots von www.freizeitplaner2010.deSeit Mitte Dezember ist der Freizeitplaner 2010 online. Dieser stellt tausende Ausflugsziele in unserer Region vor und ermöglicht online das Ausarbeiten von Ausflugsfahrten. Er geht auf eine Initiative des Naturparks Rheinland zurück und wurde im Rahmen der Regionale 2010 entwickelt. “Mit dem Freizeitplaner liegt ein Instrumentarium vor, das in dieser Form einzigartig ist”, betonte Werner Stump, Landrat des Rhein-Erft-Kreises und Vorsitzender des Ausschusses der Regionale 2010 stolz bei der Präsentation des Projekts. Ein Schmankerl haben sich die Verantwortlichen für Elsdorf ausgedacht: unter den Sehenswürdigkeiten ist Burg Reuschenberg verzeichnet! Selbstverständlich kann man diese auch in den interaktiven Routenplaner mit aufnehmen. Die auf einer separaten Seite etwas versteckt liegende Kurzbeschreibung klingt auch sehr einladend: “Südwestlich von Elsdorf liegt, etwas abseits der historischen Römerstraße Köln-Bergheim-Jülich, am Rande des Bürgewaldes die Burg Reuschenberg. Die zweiteilige Wasserburganlage stammt aus dem 14. Jahrhundert. Das Bild der Hauptburg wird bestimmt von dem Vierkantturm an der Nordwestecke der Anlage. In diesem Bereich, der Nord-, Nordwest- und Südwestseite der Hauptburg, sind die ehemals wasserführenden Gräben am besten erhalten.” Erst im letzten Satz erfährt man dann: “Die Burg Reuschenberg ist wegen des Braunkohletagebaus Hambach I verschwunden. Zuvor fanden Ausgrabungen und Dokumentationen statt.”  Also wundern Sie sich nicht, wenn Sie mal nach dem Weg zur Burg Reuschenberg gefragt werden!  

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