admin 20. April 2008
Unsere jüngst zum Sex-Symbol erkorene Kanzlerin Merkel hat mal wieder ihre ganz eigene Sichtweise der Dinge. Nicht die Erzeugung von Biosprit aus wertvollen Lebensmitteln, die Existenzvernichtung von Kleinbauern in Entwicklungsländern durch (Export-)Subventionen, die Zunahme der Weltbevölkerung oder die Folgen des Klimawandels (Versteppung bzw. Verödung von Landschaften, Dürreperioden, Überschwemmungen) sind schuld an den explodierenden Lebensmittelpreisen und den dadurch möglicherweise auftretenden Unruhen, sondern die Inder, die sich erdreisten nun 2 Mahlzeiten am Tag zu essen und die Chinesen, die die Frechheit besitzen, Milch zu trinken.
In Indien etwa nähmen inzwischen rund 300 Millionen Menschen eine zweite Mahlzeit am Tag ein, so Merkel bei der Eröffnung einer Raffinerie in Ostdeutschland. ”Wenn die plötzlich doppelt soviel Nahrungsmittel verbrauchen als sie das früher gemacht haben und dann auch noch 100 Millionen Chinesen beginnen, Milch zu trinken, dann verzerren sich natürlich unsere gesamten Milchquoten und vieles andere”. Ne, is klar.
Solche Aussagen sollte man eigentlich eher dem für seine debilen Äußerungen bekannten US-Präsidenten George W. Bush zutrauen als unserer Kanzlerin. Aber es macht wieder deutlich, wie groß der Einfluss der Bauern-Lobby nicht nur auf Kommunaler, sondern besonders auf Bundesebene ist, wie auch das Einknicken bei der EU-Bodenschutzrichtlinie jüngst zeigte.
Tags: Bauern-Lobby, Bush, CDU, Klimawandel, Lebensmittelpreise, Merkel, Sex-Symbol, Subventionen, Weltbevölkerung
admin 24. Januar 2008
“Unternehmerische Verantwortung heißt für Nokia, die Einflüsse ihrer Arbeit auf Gesellschaft und Umwelt zu erkennen und entsprechend zu agieren. Als Marktführer und weltweit tätiges Unternehmen nimmt Nokia diese Verantwortung sehr ernst. Eine solide Unternehmensethik ist deshalb für das tägliche Geschäft enorm wichtig.” So steht es wortwörtlich auf der Homepage von Nokia zum Thema “Unternehmerische Verantwortung”. “Aha” denkt man sich und reibt sich verwundert die Augen. Wie waren noch mal die Pressemeldungen der letzten Tage? 2300 Arbeitsplätze weg wegen Produktionsverlagerung nach Rumänien (obwohl der Lohnkostenanteil bei einem Nokia-Handy nur 4% beträgt), “Subventionsheuschrecke Nokia“, 20.000 auf der Straße gegen Werksschließung in Bochum, Horst Seehofer und Peter Struck geben ihre Handys ab. Heute wurde schließlich Nokias Jahresergebnis 2007 vorgestellt: eine Gewinnsteigerung um 67% auf 7,2 Milliarden (!) Euro, Rekord-Gewinn. Und trotzdem wird das Werk in Bochum geschlossen, weil es sich am neuen Standort angeblich rentabler produzieren lässt und der Gewinn weiter optimiert werden kann, in Bochum wartet auf 2.300 Arbeitnehmer/innen die Arbeitslosigkeit. “Unternehmerische Verantwortung heißt für Nokia, die Einflüsse ihrer Arbeit auf Gesellschaft und Umwelt zu erkennen und entsprechend zu agieren. … Eine solide Unternehmensethik ist deshalb für das tägliche Geschäft enorm wichtig”. Da fällt einem nichts mehr zu ein.
Tags: Arbeitslosigkeit, Arbeitsplätze, Bochum, Globalisierung, Handy, Nokia, Produktionsverlagerung, Stellenabbau, Subventionen, unternehmerische Verantwortung