Archiv für das Tag 'Erdwärme'

Neue Energie für Elsdorf?

admin 3. Oktober 2008

Im niederländischen Heerlen wurde ein sehr interessantes Pilotprojekt gestartet: mit Grubenwasser wird ein ganzes Viertel geheizt. Das Prinzip klingt einfach: kaltes Wasser wird in die Erde bzw. in die alten Stollen eines Bergwerkes gepumpt, heizt sich durch die Erdwärme auf und wird anschließend, auf die richtige Temperatur gebracht, nach dem Prinzip der Fernwärme in die Häuser geleitet. Die Kosten sind laut Aachener Zeitung nicht höher als mein Heizen mit Gas, die Investitionen in Höhe von fast 16 Millionen Euro wurden unter anderem von Stadt und EU finanziert: 4,3 Millionen Euro zahlte die Kommune, 8,8 Millionen kamen von der EU.

Rund um den Tagebau Hambach wird Grundwasser aus einer Tiefe von gut 450 Metern abgepumpt, damit der Tagebau nicht absäuft. Eine Quelle, wie hoch die Temperatur des Sümpfungswassers ist, liegt nicht vor, man kann aber von mehr als 20 °C ausgehen. Die Sümpfungswasser werden zwar gekühlt, dann aber mit einer immer noch recht hohen Temperatur in die Erft eingeleitet. Der Erftverband nutzt das so erwärmte Erftwasser selbst zum Beheizen eigener Gebäude. Mittels Wärmetauscher und/oder Wärmepumpe sollte es möglich sein, die Wärmeenergie auch für Elsdorf zu nutzen, etwa um öffentliche Gebäude oder neue Siedlungen zu heizen. Da der Tagebau noch bis mindestens 2045 ausgebeutet wird, würde dies eine kostengünstige und von den Gaspreisen unabhängige Energieversorgung für die nächsten Jahrzehnte bedeuten. Bleibt die Frage der Kosten. Für RWE wäre dies ein prestigeträchtiges Image-Projekt, welches die Akzeptanz in der Region sicherlich erhöhen würde und das sich das Unternehmen ein paar Euro kosten lassen sollte. Wenn Zuschüsse und Fördermittel für das Projekt in Heelen gezahlt werden kann auch dieses Projekt förderwürdig sein. Die Kosten für die Gemeinde könnten sich durch langfristige Einsparungen bei den Heizkosten amortisieren.