Guter Rat ist teuer…
admin 28. Oktober 2009
Der bei der vergangenen Kommunalwahl gewählte Elsdorfer Rat wurde nun vereidigt. An der Aufteilung der Sitze hat sich nicht allzu viel geändert, lediglich die CDU hat einen Sitz an die Grünen verloren. Die CDU ist mit 16 Sitzen weiterhin stärkste Fraktion, die SPD kommt auf 13 Sitze, die Grünen nun auf 4 und die FDP auf 3. Die CDU hat 13 der 18 Wahlbezirke gewonnen und damit entsprechend 13 Sitze über Direktmandate besetzt, die übrigen 5 Wahlkreise holte die SPD. Die übrigen Ratmitglieder rücken über die bereits im Frühjahr von den Parteien ausklamüserten Listen in den Rat. Wilfried Effertz ist mit einem Vorsprung von gut 200 Stimmen erneut zum Bürgermeister gewählt worden.
Die CDU hat es geschafft, ihre Idee von einem ”Miteinander von Jung und Alt” im Elsdorfer Rat zumindest in der Altersstruktur Realität werden zu lassen. Mit dem bei der Bürgermeisterwahl knapp unterlegenen Andreas Heller tritt eine junge, frische Nachwuchskraft als Fraktionsvorsitzender die Nachfolge vom ausscheidenden Jürgen Schiffer an. Andreas Heller wird - ebenso wie die übrigen zum Teil sehr jungen neuen Ratsmitglieder – wenn nichts dazwischen kommt mit der Unterstützung der erfahreren Ratsmitglieder in den nächsten Jahren gut aufgebaut werden können, sodass die politische Arbeit in der CDU auf absehbare Zeit gesichert sein dürfte. Die in Elsdorf überdurchschnittlich aktive Junge Union bietet eine gute Basis, um auch in Zukunft Jüngere an die Partei heranzuführen. Wir dürfen gespannt sein, was in den nächsten Jahren an mehr oder weniger sinnvollen Ideen von der “neuen” CDU kommt und ob diese auch umgesetzt werden, schließlich haben CDU und FDP zusammen die Mehrheit im Rat.
Auch die SPD hatte sich in Elsdorf ein “Miteinander von Jung und Alt” auf die Fahnen geschrieben, dessen erfolgreiche Umsetzung aber bereits im Januar nach der Festlegung der Listenplätze zumindest für die Zusammensetzung des Rats nur noch bedingt abzusehen war. Mit keinem Ratsmitglied unter 30 Jahre, 2 Ratsmitgliedern unter 50 (36 und 45 Jahre) und ansonsten Lokalpolitikern 50+ bzw. 60+ zeigt dies nun auch die neue SPD-Fraktion (soweit die Altersangaben in der Kandidatenvorstellung auf der Homepage der SPD stimmen). Ob die Interessen der Jüngeren bei dieser Konstellation mit Unterstützung einiger junger Sachkundiger Bürger entsprechend vertreten werden (können) bleibt abzuwarten. Der Nachwuchsarbeit wurde in der Partei über Jahre hinweg nicht unbedingt der höchste Stellenwert gegeben, Interessierte, die es durchaus gab und die zum Teil einige Jahre aktiv waren, konnten nicht in nennenswerter Zahl gehalten werden. Einige sagen, Grund sei das generelle politische Desinteresse der “Jungen Leute” oder eine nicht vorhandene gemeinsame Gesprächsbasis. Andere sehen die Ursache in zu wenigen Aktionen und (politischen) Angeboten (so gibt es keine lokale aktive Ortsgruppe der JuSos), zu geringer Einbindung der Mitglieder, internen Machenschaften oder auch der fehlenden Bereitschaft, Macht und Kompetenzen abzugeben. Der SPD Elsdorf würde es (wie allerdings auch vielen anderen Ortsgruppen der Parteien und vielen Vereinen) sicherlich gut tun, sich um die Nachwuchsarbeit intensiver zu kümmern. Interessant wird sein, ob die SPD ihr sehr umfangreiches und weitreichendes Parteiprogramms “Klarer Kurs für Elsdorf” in den nächsten Jahren umsetzten kann.
Die Grünen haben mit Ulrich Granderath als viertes Ratsmitglied eine neue Kraft ins Rennen geschickt. Michael Broich hat nun den Fraktionsvorsitz von Hartmut Bergheim übernommen, der jetzt Stellvertreter ist. Auch wenn das Programm der Grünen nicht so umfangreich ist wie das manch anderer Partei ist zu erwarten, dass die Grünen die formulierten Ziele genauso zurückhaltend, aber beharrlich verfolgen werden wie in den vergangenen Jahren.
Bei der FDP tut sich nicht viel, die alten Ratsmitglieder bleiben weiterhin im Amt.
Alle Ratsmitglieder dürfen sich übrigens ab November über eine höhere Aufwandsentschädigung freuen: einfache Ratsmitglieder erhalten dann 256,50 Euro im Monat, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende den doppelten Satz (513 Euro), der Fraktionsvorsitzende den vierfachen Satz (1026 Euro).
- Elsdorf
- 5 Kommentare

Es wird nicht groß am Desinteresse der unter 40-jährigen liegen, mehr doch an den älteren Mitgliedern, welche die jungen Mitglieder nicht ran lassen.
Erschreckend und unerhört finde ich das Verhalten der FDP-Ratsherren, von denen zwei nicht einmal zur ersten Ratsitzung es für nötig halten, zu erscheinen. In der letzten Wahlperiode wurden die beiden Herren auch nur selten gesehen. Da fragt man sich, warum diese sich in den Rat wählen lassen, einen Auftrag von ihren Wählern erhalten und diesen Auftrag nicht wahrnehmen. Da könnte man glatt meinen man ist auf das Geld angewiesen und kassiert nur ab. Ich bin gespannt, wie es in dieser Wahlperiode sein wird. Ich werde das in den kommenden 5 Jahren beobachten.
Die SPD hat es von ihrer Seite nicht verstanden mit den Grünen gemeinsam in die Opposition zu gehen und ward überrascht als Michael Broich von der CDU einen stlv. Ausschussvorsitz erhalten hat. Der Vorteil für die Grünen besteht somit, das man in den kommenden 5 jahren unabhängig Politik machen kann und Themen bezogen sowohl mit der CDU als auch mit der SPD arbeiten kann, um die Absichten durch zu bekommen.
Bleibt zu hoffen, das dieses mal etwas Vernünftiges für Elsdorf heraus kommt.
Lieber Kollege,
vielen Dank für den Beitrag und die positive Erwähnung der Jungen Union. Wenn ich diesen mit der aktuellen Mitteilung der SPD im Rundblick vergleiche, muss ich aber dann doch ein wenig schmunzeln: ” Die SPD-Fraktion konnte sich mit vier JUNGEN Ratsmitgliedern verstärken.” Ist das ernst gemeint?
Zum Vergleich: “Mit keinem Ratsmitglied unter 30 Jahre, 2 Ratsmitgliedern unter 50 (36 und 45 Jahre) und ansonsten Lokalpolitikern 50+ bzw. 60+ zeigt dies nun auch die neue SPD-Fraktion.”
Hallo Herr Schenk,
wie so oft ist es eine Frage des Standpunktes: wenn etwa in den Augen eines sagen wir mal 20jährigen ein 40jähriger vielleicht schon als “alt” gilt, wird dieser von einem “best ager” durchaus als jung gesehen. Aus dieser Sicht gibt es also keinen Grund, die Ernsthaftigkeit der Aussage anzuzweifeln.
Also da bekommen Sie aber auch mit mir Probleme, wenn man schon ab 40 alt ist. Werde zwar erst im Januar 40, aber das sind nur noch ein paar Wochen. Aber alt fühle ich mich noch nicht.
Die SPD meinte da bestimmt die Zugehörigkeit zum Rat der Gemeinde.
Liebe Kollegen,
dann war meine Aussage vielleicht mißverständlich, selbstverständlich ist man ab 35 (Altersgrenze JU und JUSOS) nicht gleich alt! Aus meiner Sicht kann man dies ohnehin nicht in Kategorien einordnen. Amüsant fand ich vielmehr die Diskrepanz der Aussagen: Während Kollege Billaudelle anmerkt, daß die Jugend bei der SPD etwas zu kurz käme, meldet die SPD selbst sinngemäß “alles prima”.
Die Antwort haben Sie aber schon gegeben: Alles wie so oft eine Frage des Standpunktes! Es dürfte Sie aber nicht wundern, daß ich in dem Punkt viel eher bei Ihnen als bei dem der SPD bin.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!