Rhein-Erft-Kreis

Großgerätetransport Absetzer 756

admin 22. August 2009

Der Absetzer 756 ist in diesen Tagen mitsamt Bandschleifenwagen unterwegs vom Tagebau Bergheim zum Tagebau Hambach. Hier nun Bilder von der Straßenquerung in Glesch und noch einmal der Zeitplan des spektakulären Großgerätetransports.

Großgerätetransport Absetzer 756 Großgerätetransport Absetzer 756 Großgerätetransport Absetzer 756
Großgerätetransport Absetzer 756 Großgerätetransport Absetzer 756
(Leider funktioniert die Galerie nicht mehr richtig, Großansichten sind daher nur einzeln möglich. Sorry…)

 

  Terminplan Großgerätetransport Absetzer 756 km
von bis
1. Transportabschnitt
05.06.09 Transport vom Tagebau bis vor die Hambachbahn 0.0 1.2
06.06.09 über Hambachbahn, B477, und 380kV Leitung 1.2 2.5
07.06.09 Fahrt bis zum Fernbandeinschnitt F24 2.5 4.9
10.06.09 Verkippung Fernbandeinschnitt Glesch bis zum 14.08.09    
2. Transportabschnitt
20.08.09 Transport bis vor die L361n 0.0 1.4
21.08.09 über L361n, Erft bis vor K 19 1.4 2.1
22.08.09 über K 19, DB Neuss-Horrem bis vor Elsdorfer Fließ 2.1 3.5
24.08.09 Kein Transport / Resttransport bis vor die A61 3.5 4.0
29.08.09 über A61, 110 kV, 20 kV bis vor ehemalige Bahntrasse 4.0 5.0
30.08.09 über ehemalige Bahntrasse, Escher Fließ, 20 kV bis Fernbandeinschnitt 5.0 6.8
31.08.09 über Fernbandtrasse, 15 kV Leitung und L277 6.8 8.0
01.09.09 Transport bis vor die B55 8.0 9.2
02.09.09 über B 55, 15 kV Leitung, L 278 und Kabel 9.2 10.4
03.09.09 über Finkelbachleitung bis vor die 220 kV Leitung 10.4 11.3
04.09.09 durch 220 kV Leitung bis zur Einfahrt Tagebau Hambach 11.3 12.3

Europawahl-Ergebnis in Elsdorf

admin 8. Juni 2009

  CDU SPD Grüne FDP Linke Sonst. Wahlbet.
Deutschland 37,8 20,8 12,1 11 7,5 10,8 43,3
NRW 38 25,6 12,5 12,3 4,6 7 41,8
Rhein-Erft-Kreis 38,2 25,4 11,5 14,3 4 6,6 43,8
Gemeinde Elsdorf 40,7 26,1 7,5 14,8 3,5 7,4 37,4
Angelsdorf 42,1 22,9 7,6 18,9 2,4 6,1 31,5
Berrendorf 38,5 30,4 7,4 14,2 3,6 5,9 28,2
Elsdorf 40,7 29,4 8 11,6 3,9 6,4 27,2
Esch 34,5 28,2 11,1 15,7 3,1 7,4 31,3
Giesendorf 37,8 29,4 8 13 2,5 9,3 25,8
Grouven 45,8 21,5 7,6 8,3 7,6 9,2 27,9
Heppendorf 42,2 23,4 9,6 15,6 3,5 5,7 33
Niederembt 45 25 5,9 14,5 2,8 6,8 31,8
Oberembt 43,1 25,4 7,8 13,4 4,7 5,6 28,9
               
Elsdorf 2004 48 26 8,2 9,3 1,3 7,1 36,4
+/- - 7,34 + 0,1 - 0,7 + 5,5 + 2,2 + 0,3 + 1

 

Die CDU hat in Elsdorf alle Wahlkreise für sich entschieden, im ganzen Rhein-Erft-Kreis hat in allen Kommunen ebenfalls die CDU die Mehrheit geholt.

Quellen: KDVZ, Spiegel online; Alle Angaben in %, Tippfehler nicht ausgeschlossen!

Kaum Energie aus Elsdorf

admin 3. Oktober 2008

Gerne wird im “Energiekreis” Rhein-Erft die Kompetenz in Sachen Energie betont, in Projekten wie terra nova werden große Pläne einer “Zukunfts-Landschaft für Energie” geschmiedet. Ziel sei ”gemeinsam mit Industrie und Landwirtschaft neue Wege der Energiegewinnung zu gehen und neue Märkte zu erschließen”. Auch durch Kirchturmdenken und Verwaltungsmentalität ist eine zeitnahe Realisierung des interkommunalen Gewerbegebietes im Norden Elsdorfs (eine Skizze dazu gibt’s hier), in dem dieser “interkommunale Kompetenzraum für Energie” entstehen soll, wohl eher unwahrscheinlich.

Während auf Verwaltungsebene im Rahmen von terra nova von einer “energiereichen” Zukunft geträumt wird, werden die Entscheidungen woanders längst getroffen. Die geplante ”Fachhochschule für Technologie, Energie und Chemie Rheinland” hätte wohl jeder gerne in der Region gesehen, es erfolgte eine Absage für den “Energiekreis”. Nach dem Biogas-Pilotprojet in Neurath plant RWE für gut 10 Millionen Euro am Rande des Gewerbeparks Bergheim südlich von Paffendorf eine weitere Biogasanlage zu errichten. Die Angaben zur verwendeten Menge an Mais und Getreide schwanken zwischen 25.000 und 45.000 Tonnen jährlich, die Angaben zur erzeugten Menge Biogas variieren ebenfalls, und zwar zwischen 10.000 m³ am Tag und 600 m³ in der Stunde (entspricht ca. 14.400 m³ am Tag). Gerne wird dieses Projekt zu terra nova gerechnet, de facto laufen die Planungen aber zwischen RWE und der Stadt Bergheim. 

Wer nun denkt dass dies ein großer Wurf für den westlichen Erftkreis ist sollte mal nach Jülich schauen, wo Pfeifer & Langen, Mutterkonzern der Zuckerfabrik Jülich AG, ebenfalls eine Biogasanlage errichten wird. Geplant ist anfangs eine Leistung von 1.000 m³ Biogas in der Stunde, die später auf 8.000 m³ in der Stunde (!) ausgebaut werden soll. Die neue Anlage soll direkt neben der Zuckerfabrik errichtet werden. Mit 1,4 bis 1,5 Millionen Tonnen Zuckerrüben je Kampagne steht mehr als die 30fache Menge an Biomasse zur Verfügung als in Bergheim. Ob der Bau aus den von der EU gezahlten Stilllegung- und Rückbauprämien für die Zuckerfabrik Elsdorf (man hört von bis zu 20 Millionen Euro), die in den nächsten Monaten größtenteils demontiert wird, oder gemeinsam mit RWE finanziert wird ist gleich, ein fader Beigeschmack für Elsdorf bleibt. Hatte der geplante Bau einer Biogasanlage bereits eine Rolle bei der Entscheidung von Pfeifer und Langen, die Rübenverarbeitung und Produktion ausgerechnet im Stammwerk in Elsdorf zu schließen, gespielt? Eine Erweiterung der Zuckerfabrik Elsdorf mit einer Biogasanlage wäre durch den nahen Tagebau (wie nah der Tagebau ist sieht man gut auf einem Luftbild der Kölnischen Rundschau) und die den Tagebau umgebende Sicherheitszone, in der keine Gebäude errichtet werden dürfen, wohl nicht so einfach möglich gewesen. 

Bei den (Groß-)Projekten geht Elsdorf ebenso wie bei der Ansiedlung neuer Unternehmen meist leer aus. Der Grund hierfür ist naheliegend: die Rahmenbedingungen stimmen nicht. Die Fehler wurden aber nicht in den letzten Jahren, sondern bereits in den letzten Jahrzehnten gemacht. Zu wenig wurde in das wirtschaftliche Wachstum Elsdorfs investiert, zu lange hat man sich allein auf RWE und Pfeifer & Langen verlassen. Höchste Zeit, schnell an der Umsetzung des interkommunalen Gewerbegebietes, an der Ausweisung und Vermarktung neuer Gewerbeflächen und an der Attraktivität Elsdorfs als Wirtschaftsstandort zu arbeiten.

Wer hat Angst vorm Indemann?

admin 9. März 2008

Der Indemann (Quelle: Wikipedia / Maurer United Architects [MUA])Genau zwischen Elsdorf und Aachen ist eine neue Landschaft am entstehen: das Indeland. Diese Region wird durch Naherhohlungs- und Freizeitgebiete und die Schaffung entsprechender Infrastruktur landschaftlich und kulturell aufgewertet. In das Projekt sind der Blausteinsee, der Fluß Inde und der Tagebau Inden einbezogen, zudem der Brückenkopfpark in Jülich und der Römerpark in Aldenhoven. Ermöglicht wird dieses im wesentlichen durch die EuRegionale 2008 und durch eine gute Zusammenarbeit mit RWE Power, die die Gegend durch den Braunkohlenabbau prägte. 

Die Macher haben sich einiges vorgenommen:

  • Aussichtsturm Indemann auf der Goltsteinkuppe in Inden mit Gastronomie
  • Tagebauaussichtspunkte mit kleinen Indemännern südlich und nördlich des Tagebauloches in Inden
  • Erster Ausbaustufe Funsport-Aktiv-Freizeithalde auf und Sportpark Inden am Fuß der Goltsteinkuppe in Inden
  • Seebühne, Se(e)hfenster und Seetribüne am Blausteinsee in Eschweiler
  • Erste Ausbaustufe Seezentrum am Blausteinsee
  • Eingangstor, Sanierung Römerpark inkl. Renaturierung Merzbach, Uferkante und GrünZUG in Aldenhoven
  • Ausbau Brückenkopf-Park, Zeltplatz und Wohnmobilstellplatz in Jülich
  • Illumination von Tagebaubereichen 
  • Wegenetz für Naherholung
  • Feste, Aktionen und Events in und rund um indeland herum

Blausteinsee (Quelle: EuRegionale 2008 Agentur GmbH)Der Blausteinsee ist bereits jetzt ein hochwertiges Naherholungsgebiet mit einem großen Freizeitwert. So sind Tauchen, Segeln, Surfen, Kanu / Boot fahren, Skaten, Radfahren, Wandern und Schwimmen auf dem Gelände des ehemaligen Tagebaus möglich. Der wegen des Tagebaus Inden verlegte Fluß Inde wurde als Auenlandschaft naturnah zum Naherhohlungsgebiet ausgebaut (.pdf von RWE Power). Nach Informationen der Kölnischen Rundschau wird der 48 Meter hohe und 7,5 Millionen Euro teure Aussichtstum “Indemann” bereits in diesem Herbst errichtet sein, die Eröffnung ist für Mitte nächsten Jahres geplant. Neben einer Aussichtsplattform im Arm des Indemanns sind unter anderem Gastronomie- und Tagungsräume vorgesehen. Von hier aus wird ein weiter Blick über die Region und den Tagebau Inden möglich sein, zudem wird das Bauwerk “künftig Wahrzeichen der sich verändernden Landschaft im Braunkohlentagebau Inden” sein. Sehr interessant ist das Konzept mit den beiden “kleinen Brüdern” des Indemanns, die als Aussichtspunkte am Bandsammelpunkt bzw. am gegenüberliegenden Rand mobil oberhalb der Abbausohle des Tagebaus eingesetzt werden. Der Tagebau Inden soll nach der Auskohlung zum “Indeschen Ozean” werden - statt Agrar-Monokulturen soll hier ein See von der Größe des Tegernsees entstehen, der ab 2060 die Landschaft noch attraktiver macht. Dies wird vom Nachbarn, dem Rhein-Erft-Kreis, mit Skepsis beobachtet, schließlich befürchtet man hier eine Konkurrenz für den voraussichtlich erst 40 Jahre später gefluteten Hambacher See und einen landwirtschafltichen Flächendruck.

Die Verantwortlichen im Kreis Düren haben die Bedeutung dieses wichtigen Projektes richtig erkannt und bezeichnen es zurecht als Jahrhunderprojekt und “Eine Chance, die wir nutzen müssen”. Das Konzept wird sich auch wirtschaftlich rechnen: ein attraktives Wohn- und Arbeitsumfeld in Kombination mit hoch qualifizierten Arbeitskräften aus den nahen Bildungsstandorten Aachen (RWTH ) und Jülich (Forschungszentrum) und einer guten Verkehrsanbindung sind ideale Voraussetzungen für die Ansiedlung von (High-Tech-)Unternehmen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Ähnliche Möglichkeiten bieten sich im nördlichen Rhein-Erft-Kreis durch die Regionale 2010 mit dem Projekt terra nova und Kooperationen mit RWE Power. Hoffentlich wird dies auch hier im Kreis bzw. in den an terra nova beteiligten Kommunen Bedburg, Bergheim und Elsdorf von den Verantwortlichen ebenfalls als “Eine Chance, die wir nutzen müssen” gesehen.

RWE’s Power. Oder: Lass dich nicht verarschen…

admin 24. Februar 2008

Mit irreführenden Kampagnen (Zitat aus einer Anzeige: “So leisten wir einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz – und für die Zukunft der Region”) versucht RWE Power momentan gezielt, die Braunkohle als saubere, gar klimafreundliche Energieform darzustellen und das Image des Unternehmens in der Region aufzuwerten.

BraunkohlenkraftwerkeDie Braunkohlenkraftwerke zählen jedoch nachweislich zu den größten CO2-Verursachern und tragen damit stark zum Klimawandel bei. Bei der Verbrennung von Braunkohle entsteht durch den geringen Brennwert im Vergleich zu anderen fossilen Brennstoffen übermäßig viel CO2, sogar mehr as doppelt so viel wie etwa bei der Energiegewinnung durch Erdgas (CO2-Emissionen pro verbrannter Tonne SKE bei Braunkohle 3,25 t, Steinkohle 2,68 t, Erdöl 2,30 t, Erdgas 1,50 t). Durch die großen Mengen an anderen Schadstoffen, insbesondere Schwefeldioxid, entstehen zusätzliche Belastungen. Durch neue Techniken wird zwar der Wirkungsgrad der Kraftwerke erhöht, sauberer werden die Kraftwerke dadurch allerdings nur in Relation zur bisher erzeugten Strommenge. Wenn aber die Altanlagen wie in Frimmersdorf nicht stillgelegt werden und die Kapazitäten wie in Niederaußem deutlich erhöht werden (allein hier sollen 400.000 Tonnen Braunkohle im Jahr zusätzlich verbrannt werden) ist dies lediglich ökonomisch von Vorteil und nicht wie propagiert ökologisch. Ökologisch würde die Investition in neue Energien deutlich mehr Sinn machen.

Hier werden von RWE Power Nägel mit Köpfen gemacht und die Weichen wieder mal auf Jahrzehnte rein auf Profit und gegen die Umwelt gestellt. Höchste Zeit, dass dieses Verhalten thematisiert wird und zumindest einige SPD-Politiker wie Guido van den Berg („Es müssen nunmehr zuerst die Abschaltungen für BoA I erfolgen. Dafür gibt es keine Ausreden mehr“) oder Hans Krings (“…fordert RWE klar auf die Zusagen der Vergangenheit einzuhalten und damit Verantwortung für den Klimaschutz zu übernehmen”) sich lautstark zu Wort melden. Ohne Bedingungen sollte man RWE Power keine Genehmigungen mehr erteilen.

RWE Power brüstet sich mit den vielen Milliarden Investitionen, die in das rheinische Braunkohlenrevier fließen und die vielen Arbeitsplätze bei RWE Power und den Zulieferbetrieben. Im Gegensatz zu anderen Industriezweigen hat RWE Power aber gar keine andere Möglichkeit als hier zu investieren - die Braunkohle, mit der sich sehr viel Geld verdienen lässt und der Markt für die erzeugte Energie befinden sich nun mal hier und nicht in Osteuropa oder Asien. Ansonsten würden die Investitionen sicherlich nicht in die Region fließen. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln hat sich die Zahl der Beschäftigten im Bereich Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden in der Region allein zwischen 1991 und 2002 um 66% verringert, nach Informationen der Wirtschaftsförderung Rhein-Erft reduzierte sich die Zahl der Beschäftigten im Bereich Energiewirtschaft und Wasserversorgung/Bergbau im Rhein-Erft-Kreis zwischen 1980 und 2002 um 50% von 11.200 auf 5.807.

Interessant wären im Gegenzug die Zahlen für den volkswirtschaftlichen Schaden, der durch die Energiegewinnung durch Braunkohle entsteht, sei es allein auf den Tagebau Hambach und Elsdorf bezogen durch die Belegung riesiger wertvoller Flächen durch den Tagebau, die die Gemeinde Elsdorf ebenso hart trifft wie die Schwächung des Standortes durch abgeschnittene Verkehrswege oder die durch die Nähe des Tagebaus bedingte Abwertung des Siedlungsraumes und die dadurch resultierende negative Bevölkerungsentwicklung oder überregional durch die zukünftigen Schäden durch den durch die Kraftwerke stark forcierten Klimawandel. Da Dinge wie ersteres für RWE Power nicht von Bedeutung sind und für letzteres RWE Power nicht in die Verantwortung genommen wird kann RWE stolz verkünden, dass das Betriebsergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr um 15% auf 6,5 Milliarden Euro gesteigert werden konnte und ein Nettogewinn von knapp 3 Milliarden Euro erzielt wurde. RWE Power investiert Milliarden in neue Anlagen und ist einer der größten Arbeitgeber in der Region? Sicher, aber nicht aus lauter Nettigkeit, sondern aus strategischen Überlegungen und zur weiteren Gewinnmaximierung, mit Braunkohle lässt sich halt gut verdienen. RWE Power hat für Elsdorf in den letzten Jahrzehnten viel getan und sichert für viele Familien die Existenz - ob die Bilanz für Elsdorf aber mittel- bis langfristig aufgeht ist angesichts der momentanen (Bevölkerungs-)Entwicklung hier in Elsdorf sehr zweifelhaft.

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