Wer hat Angst vorm Indemann?

9. März 2008

Der Indemann (Quelle: Wikipedia / Maurer United Architects [MUA])Genau zwischen Elsdorf und Aachen ist eine neue Landschaft am entstehen: das Indeland. Diese Region wird durch Naherhohlungs- und Freizeitgebiete und die Schaffung entsprechender Infrastruktur landschaftlich und kulturell aufgewertet. In das Projekt sind der Blausteinsee, der Fluß Inde und der Tagebau Inden einbezogen, zudem der Brückenkopfpark in Jülich und der Römerpark in Aldenhoven. Ermöglicht wird dieses im wesentlichen durch die EuRegionale 2008 und durch eine gute Zusammenarbeit mit RWE Power, die die Gegend durch den Braunkohlenabbau prägte. 

Die Macher haben sich einiges vorgenommen:

  • Aussichtsturm Indemann auf der Goltsteinkuppe in Inden mit Gastronomie
  • Tagebauaussichtspunkte mit kleinen Indemännern südlich und nördlich des Tagebauloches in Inden
  • Erster Ausbaustufe Funsport-Aktiv-Freizeithalde auf und Sportpark Inden am Fuß der Goltsteinkuppe in Inden
  • Seebühne, Se(e)hfenster und Seetribüne am Blausteinsee in Eschweiler
  • Erste Ausbaustufe Seezentrum am Blausteinsee
  • Eingangstor, Sanierung Römerpark inkl. Renaturierung Merzbach, Uferkante und GrünZUG in Aldenhoven
  • Ausbau Brückenkopf-Park, Zeltplatz und Wohnmobilstellplatz in Jülich
  • Illumination von Tagebaubereichen 
  • Wegenetz für Naherholung
  • Feste, Aktionen und Events in und rund um indeland herum

Blausteinsee (Quelle: EuRegionale 2008 Agentur GmbH)Der Blausteinsee ist bereits jetzt ein hochwertiges Naherholungsgebiet mit einem großen Freizeitwert. So sind Tauchen, Segeln, Surfen, Kanu / Boot fahren, Skaten, Radfahren, Wandern und Schwimmen auf dem Gelände des ehemaligen Tagebaus möglich. Der wegen des Tagebaus Inden verlegte Fluß Inde wurde als Auenlandschaft naturnah zum Naherhohlungsgebiet ausgebaut (.pdf von RWE Power). Nach Informationen der Kölnischen Rundschau wird der 48 Meter hohe und 7,5 Millionen Euro teure Aussichtstum „Indemann“ bereits in diesem Herbst errichtet sein, die Eröffnung ist für Mitte nächsten Jahres geplant. Neben einer Aussichtsplattform im Arm des Indemanns sind unter anderem Gastronomie- und Tagungsräume vorgesehen. Von hier aus wird ein weiter Blick über die Region und den Tagebau Inden möglich sein, zudem wird das Bauwerk „künftig Wahrzeichen der sich verändernden Landschaft im Braunkohlentagebau Inden“ sein. Sehr interessant ist das Konzept mit den beiden „kleinen Brüdern“ des Indemanns, die als Aussichtspunkte am Bandsammelpunkt bzw. am gegenüberliegenden Rand mobil oberhalb der Abbausohle des Tagebaus eingesetzt werden. Der Tagebau Inden soll nach der Auskohlung zum „Indeschen Ozean“ werden – statt Agrar-Monokulturen soll hier ein See von der Größe des Tegernsees entstehen, der ab 2060 die Landschaft noch attraktiver macht. Dies wird vom Nachbarn, dem Rhein-Erft-Kreis, mit Skepsis beobachtet, schließlich befürchtet man hier eine Konkurrenz für den voraussichtlich erst 40 Jahre später gefluteten Hambacher See und einen landwirtschafltichen Flächendruck.

Die Verantwortlichen im Kreis Düren haben die Bedeutung dieses wichtigen Projektes richtig erkannt und bezeichnen es zurecht als Jahrhunderprojekt und „Eine Chance, die wir nutzen müssen“. Das Konzept wird sich auch wirtschaftlich rechnen: ein attraktives Wohn- und Arbeitsumfeld in Kombination mit hoch qualifizierten Arbeitskräften aus den nahen Bildungsstandorten Aachen (RWTH ) und Jülich (Forschungszentrum) und einer guten Verkehrsanbindung sind ideale Voraussetzungen für die Ansiedlung von (High-Tech-)Unternehmen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Ähnliche Möglichkeiten bieten sich im nördlichen Rhein-Erft-Kreis durch die Regionale 2010 mit dem Projekt terra nova und Kooperationen mit RWE Power. Hoffentlich wird dies auch hier im Kreis bzw. in den an terra nova beteiligten Kommunen Bedburg, Bergheim und Elsdorf von den Verantwortlichen ebenfalls als „Eine Chance, die wir nutzen müssen“ gesehen.

5 Reaktionen zu “Wer hat Angst vorm Indemann?”

  1. Kaiam 5. August 2008 um 22:26 Uhr

    Hallo,

    hat jemand eine Ahnung ob mit dem Bau des Großen Indemanns schon begonnen wurde – oder ober vielleicht schon Fertig gestellt ist?

    Ich habe nur einen Zeitungsbericht vom letzten Jahr da heißt es er soll Sommer 2008 fertiggestellt sein.

    Gruß Kai

  2. Dieteram 14. September 2008 um 12:57 Uhr

    Hallo Kai ,

    ich habe bei der Gemeinde nachgefragt .
    Von dort kam dann die Antwort das nach den Sommerferien ( 2008 ) mit dem Aufbau des Stahlgerüstes begonnen wird .

    Ich beobachte die Goldsteinkuppe laufend , habe aber leider noch keinerlei Montagearbeiten / Fundamentarbeiten gesehen .

    Die Fertigstellung 2008 ist so sehr fraglich !

    Gruß Dieter

  3. Methusalemam 8. Oktober 2008 um 08:14 Uhr

    Laut Aachener Zeitung wird der Indemann im Sommer 2009 fertig gestellt sein! Aus Kostengründen wird er nur noch 36 Meter hoch.

  4. :: elsdorf-blog.de ::   Der Indesche Ozean kommtam 9. Dezember 2008 um 20:27 Uhr

    […] Der Braunkohlenausschuss hat gesprochen: der Indesche Ozean wird entstehen. Statt den Tagebau Inden nach der Auskohlung im Jahre 2030 mit dem Abraum des Tagebaus Hambach zu verfüllen wird das Loch nun offen gelassen und geflutet. Bis 2070 soll so der größte See Nordrhein-Westfalens entstehen. Bereits jetzt ist die Region um den Tagebau Inden mit dem Blausteinsee, dem neuen Bett des Flusses Inde und der touristischen Erschließung des Tagebaus vorbildlich, bereits vor einigen Monaten wurde darüber hier berichtet. […]

  5. :: elsdorf-blog.de ::   Fahr mal zum Inde, Mann!am 28. November 2009 um 11:53 Uhr

    […] Zwischen Köln und Aachen liegt, gar nicht weit von der A4, die Gemeinde Inden. Wie kaum eine zweite (und in Relation zur Gemeindefläche noch mehr als Elsdorf) ist sie vom Braunkohlenabbau betroffen, der Tagebau Inden führte zu zahlreichen Umsiedlungen. Durch eine enge Zusammenarbeit mit der Euregionale 2008 und RWE Power entsteht in der Region und direkt am Tagebau ein Naherholungs- und Freizeitgebiet, dessen Aushängeschilder der Blausteinsee und der Indemann sind. Vor gut 1 1/2 Jahren konkretisierten sich die Planungen, auch hier im Blog wurde bereits darüber berichtet. […]

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