Monatsarchiv für März 2008

Investoren gesucht!

admin 23. März 2008

Ein (Oster)-Spaziergang durch das Zentrum Elsdorf kann recht ernüchternd sein: schon wieder haben Geschäftsleute aufgegeben, schon wieder stehen weitere Ladenlokale leer. Es werden nun auch für die Ladenlokale, in denen SKLEP Moden, der Olympia Grill (beide Köln-Aachender Straße) und der Friseur Super10, ehemals Jack Ray (Ecke Mittelstraße/Gladbacher Straße) waren, Nachmieter bzw. Käufer gesucht.

Besonders auf der Gladbacher Straße stehen schon fast mehr Ladenlokale leer als Unternehmen vertreten sind: Hottes Satellkammer, das Beerdigungsinstitut Vincent Kick, die Post und Plus haben allesamt den Standort verlassen, wobei Plus und Kick sich nun an anderer Stelle in Elsdorf wiederfinden. Das Beerdigungsinstitut passenderweise direkt neben dem Neubau des Altenheims an der Köln-Aachener Straße. Das ehem. Möbelhaus neben der Kreissparkasse steht, ebenso wie das Ladenlokal auf der anderen Seite der Kreissparkasse, schon lange leer.

Schon fast komisch wirkt es auf der Mittelstraße, wo in einem Ladenlokal neben einem Hinweis auf die Neueröffnung bereits ein Schild hängt, mit dem ein Nachmieter gesucht wird. 

Die Spirale dreht sich immer schneller: je weniger Geschäfte, desto unattraktiver wird der Einkaufsbereich für Kunden, umso weniger Umsätze machen die verbleibenden Unternehmen. Deutlich merken dies die verbleibenden Geschäftsleute auf der Gladbacher Straße: besonders durch den Wegzug von Post und Plus bleiben viele ehemaliger Kunden fern. Die Konkurrenz durch REWE, Norma und Co. auf der “grünen Wiese” und das Einkaufen im Internet bewirken ein übriges. Dutzende Arbeitsplätze gingen so in den letzten Jahren verloren, Kaufkraft, die jetzt wiederum in Elsdorf fehlt.

Ob für das ehemalige Altenheim an der Valentin-Pfeiffer-Straße jemals ein Investor gefunden wird ist offen, an den Anblick der wuchtigen Bauruine werden wir uns wohl gewöhnen müssen. 

Für die neu erschlossenen Grundstücke an der alten Bahntrasse (zwischen dem neuen Parkplatz an der Köln-Aachener Straße und der Gladbacher Straße) werden ebenfalls Käufer gesucht – auch wenn die Grundstücke deutlich unter dem Bodenrichtwert von 140 EUR angeboten werden scheinen sich hier trotz der attraktiven Lage keine Interessenten zu finden. Hoffentlich kein schlechtes Zeichen für die geplante Vermarktung des Wohngebiets am Kapellchen.

Wer hat Angst vorm Indemann?

admin 9. März 2008

Der Indemann (Quelle: Wikipedia / Maurer United Architects [MUA])Genau zwischen Elsdorf und Aachen ist eine neue Landschaft am entstehen: das Indeland. Diese Region wird durch Naherhohlungs- und Freizeitgebiete und die Schaffung entsprechender Infrastruktur landschaftlich und kulturell aufgewertet. In das Projekt sind der Blausteinsee, der Fluß Inde und der Tagebau Inden einbezogen, zudem der Brückenkopfpark in Jülich und der Römerpark in Aldenhoven. Ermöglicht wird dieses im wesentlichen durch die EuRegionale 2008 und durch eine gute Zusammenarbeit mit RWE Power, die die Gegend durch den Braunkohlenabbau prägte. 

Die Macher haben sich einiges vorgenommen:

  • Aussichtsturm Indemann auf der Goltsteinkuppe in Inden mit Gastronomie
  • Tagebauaussichtspunkte mit kleinen Indemännern südlich und nördlich des Tagebauloches in Inden
  • Erster Ausbaustufe Funsport-Aktiv-Freizeithalde auf und Sportpark Inden am Fuß der Goltsteinkuppe in Inden
  • Seebühne, Se(e)hfenster und Seetribüne am Blausteinsee in Eschweiler
  • Erste Ausbaustufe Seezentrum am Blausteinsee
  • Eingangstor, Sanierung Römerpark inkl. Renaturierung Merzbach, Uferkante und GrünZUG in Aldenhoven
  • Ausbau Brückenkopf-Park, Zeltplatz und Wohnmobilstellplatz in Jülich
  • Illumination von Tagebaubereichen 
  • Wegenetz für Naherholung
  • Feste, Aktionen und Events in und rund um indeland herum

Blausteinsee (Quelle: EuRegionale 2008 Agentur GmbH)Der Blausteinsee ist bereits jetzt ein hochwertiges Naherholungsgebiet mit einem großen Freizeitwert. So sind Tauchen, Segeln, Surfen, Kanu / Boot fahren, Skaten, Radfahren, Wandern und Schwimmen auf dem Gelände des ehemaligen Tagebaus möglich. Der wegen des Tagebaus Inden verlegte Fluß Inde wurde als Auenlandschaft naturnah zum Naherhohlungsgebiet ausgebaut (.pdf von RWE Power). Nach Informationen der Kölnischen Rundschau wird der 48 Meter hohe und 7,5 Millionen Euro teure Aussichtstum “Indemann” bereits in diesem Herbst errichtet sein, die Eröffnung ist für Mitte nächsten Jahres geplant. Neben einer Aussichtsplattform im Arm des Indemanns sind unter anderem Gastronomie- und Tagungsräume vorgesehen. Von hier aus wird ein weiter Blick über die Region und den Tagebau Inden möglich sein, zudem wird das Bauwerk “künftig Wahrzeichen der sich verändernden Landschaft im Braunkohlentagebau Inden” sein. Sehr interessant ist das Konzept mit den beiden “kleinen Brüdern” des Indemanns, die als Aussichtspunkte am Bandsammelpunkt bzw. am gegenüberliegenden Rand mobil oberhalb der Abbausohle des Tagebaus eingesetzt werden. Der Tagebau Inden soll nach der Auskohlung zum “Indeschen Ozean” werden - statt Agrar-Monokulturen soll hier ein See von der Größe des Tegernsees entstehen, der ab 2060 die Landschaft noch attraktiver macht. Dies wird vom Nachbarn, dem Rhein-Erft-Kreis, mit Skepsis beobachtet, schließlich befürchtet man hier eine Konkurrenz für den voraussichtlich erst 40 Jahre später gefluteten Hambacher See und einen landwirtschafltichen Flächendruck.

Die Verantwortlichen im Kreis Düren haben die Bedeutung dieses wichtigen Projektes richtig erkannt und bezeichnen es zurecht als Jahrhunderprojekt und “Eine Chance, die wir nutzen müssen”. Das Konzept wird sich auch wirtschaftlich rechnen: ein attraktives Wohn- und Arbeitsumfeld in Kombination mit hoch qualifizierten Arbeitskräften aus den nahen Bildungsstandorten Aachen (RWTH ) und Jülich (Forschungszentrum) und einer guten Verkehrsanbindung sind ideale Voraussetzungen für die Ansiedlung von (High-Tech-)Unternehmen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Ähnliche Möglichkeiten bieten sich im nördlichen Rhein-Erft-Kreis durch die Regionale 2010 mit dem Projekt terra nova und Kooperationen mit RWE Power. Hoffentlich wird dies auch hier im Kreis bzw. in den an terra nova beteiligten Kommunen Bedburg, Bergheim und Elsdorf von den Verantwortlichen ebenfalls als “Eine Chance, die wir nutzen müssen” gesehen.

Neue Tagebauzufahrt in Elsdorf

admin 8. März 2008

Tagebauzufahrt ElsdorfDort, wo einstmals die L 276 (Dürener Straße) Richtung Etzweiler und weiter zur Autobahnauffahrt auf die A4 (Buir / Elsdorf) führte, wird am Tagebaurand momentan fleißig gebaut. Hier entsteht die neue nordliche Hauptzufahrt zum Tagebau Hambach, die die bisherige in der Höhe von Tollhausen aufgrund des voranschreitenden Tagebaus ablösen wird. Damit die Straßen Elsdorfs nicht durch die verstaubten bzw. verschlammten Fahrzeuge aus dem Tagebau zu sehr verdreckt werden wird eine “Säuberungszone” gebaut. Damit Ungbefugte nicht in den Tagebau fahren, etwa weil die Navigationssysteme die geänderte Straßenführung noch nicht kennen, wird neben einer eindeutigen Beschilderung eine Schrankenanlage errichtet. Wie groß die zusätzliche Belastung für Elsdorf durch zunehmenden (Schwerlast-)Verkehr und steigende Verschmutzung wird wird sich zeigen, ein Aussichtspunkt wäre in dieser dem Ortskern recht nahen Lage sicherlich eine angenehmerere Maßnahme gewesen.

Bürgerhaushalt

admin 3. März 2008

Über einen Bürgerhaushalt haben in einer stetig steigenden Zahl an Kommunen die Bürger die Möglichkeit, sich mit eigenen Vorschlägen an den Haushaltsplanungen zu beteiligen. Der Bürger kennt sein Umfeld in der Regel am besten und kann, frei von politischen Zwängen, viele gute und sinnvolle Ideen eingebringen, sei es zu Gefahrenpunkten im Straßenverkehr, maroden Spielplätzen, überflüssiger Bürokratie, unsinnigen Öffnungszeiten oder Hundekot in Grünanlagen. Zudem wird der Haushalt transparenter und das Interesse der Öffentlichkeit an der politischen Arbeit wird gestärkt. 

In Köln konnten sich die Bürger bis November 2007 online am Bürgerhaushalt für 2008 beteiligen, die Vorschläge konnten diskutiert werden und man konnte über diese abstimmen. Das Interesse der Bevölkerung war immens. “Die Zahl von über 10.000 registrierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die fast 5.000 Vorschläge eingereicht hatten, sei ein beeindruckender Beleg für den Erfolg des neuen Verfahrens. Der Kölner Bürgerhaushalt sei zudem ein wichtiger Lernprozess für alle Beteiligten, für die Bürgerinnen und Bürger sowie für Verwaltung und Politik.”, heißt es auf der Homepage. Mehr als 52.000 Stimmen (Pro oder Contra) wurden abgegeben. Die 300 bestbewerteten Vorschläge werden nun beraten, welche zu realisieren (und zu finanzieren) sind wird sich zeigen. Auch für Sparmaßnahmen wurden übrigens zahlreiche Vorschläge gemacht.

Sogar Bergheim hat in diesem Jahr erstmalig einen Bürgerhaushalt, auch hier kann sich der Bürger online einbringen. Bis Freitag kann man noch Vorschläge machen, Kommentare können noch bis Sonntag abgegeben werden. Bisher haben sich 695 Bürger registriert und 279 Vorschläge eingebracht. Selbst die Verwaltung stellt eigene Vorschläge zur Diskussion. 

Auch für Elsdorf wäre der Bürgerhaushalt ein vielversprechendes Konzept. Durch die Verwendung einer Online-Plattform könnten die Verwaltungskosten relativ gering gehalten werden, die Finanzierung der gemachten Vorschläge (soweit sinnvoll) könnte durch Umschichtungen erfogen. Für die Umsetzung eines Bürgerhaushaltes wäre aber der Wille von Verwaltung und Politik erforderlich und die Bereitschaft, sich von den Bürgern “reinreden” zu lassen. Hohe Hürden für diese Form der Bürgerbeteiligung in Elsdorf…

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