Monatsarchiv für Dezember 2007

Was für ein Müll!

admin 23. Dezember 2007

Wirklich toll, zum Jahreswechsel das für die gelben Tonnen im Rhein-Erft-Kreis zuständige Entsorgungsunternehmen zu wechseln. Da sich alter und neuer Anbieter nicht über die Modalitäten einer Tonnen-Übernahme einigen konnten werden nun die alten gegen neue “Wertstoffbehälter” ausgetauscht. Bereits vor einigen Wochen wurden die alten abgeholt, die neuen lassen in einigen Teilen Elsdorfs noch auf sich warten, sodass sich gerade jetzt an Weihnachten die Wertstoffe der Müll in der Wohnung häuft. Die Gemeindeverwaltung verfügt über keine gelben Säcke mehr und fühlt sich auch nicht zuständig. Komisch nur, dass das neue Entsorgungsunternehmen, die Alba GmbH, auf ihrer Homepage darauf hinweist, dass “14-täglich samstags in den Bürgerservicebüros des Rathauses” gelbe Säche erhältlich sind. Angeblich sind veraltete Stadtpläne und falsche Kundenlisten schuld an der fehlerhaften Auslieferung. Die Stadtpläne müssen sehr alt sein, schließlich sollte Alt-Etzweiler beliefert werden, Baugebiete aus den 70er Jahren in Berrendorf und Angelsdorf dagegen nicht. Wer will, kann Alba unter der Telefonnummer +49 (800) 22 32 555 auf die Füße treten. 

Fiktion und Wirklichkeit

admin 23. Dezember 2007

Etzweiler. Ein malerisches Dorf am Rande des Bürge-Waldes, nur wenige Meter vom Hambacher See entfernt. Ein florierender Wirtschaftsstandort mit modernen Biotech-Unternehmen und zugleich ein Top10-Erholungsgebiet mit überregionaler Bedeutung. Das neue Museum der Gesolei Art Foundation setzt Maßstäbe. Eine schöne Fiktion, realistisch dargestellt in einem künstlerischen Projekt. Leider sieht die Realität anders aus. Das letzte Haus in Etweiler ist mittlerweile abgerissen, die Bagger des Braunkohlentagebaus Hambach werden in den nächsten Monaten den Standort des ehemaligen Dorfes erreichen. Schon jetzt erinnern nur noch Fotos, etwa von Wisoveg, und die Erzählungen der ehemaligen Bewohner, die sich zum Teil in Neu-Etzweiler angesiedelt haben, an das alte Dorf. Ein ähnliches Schicksal blüht ab 2012 den gut 1650 Bewohnern von Kerpen-Manheim. Bei einer Abstimmung am 16.12.07 entschied sich eine überwältigende Zahl der Bewohner für Kerpen-Dickbusch als Ziel der bevorstehenden Umsiedlung. Der Name Manheim wird für immer von der Landkarte verschwinden.

Und wir sind nur die Kandidaten…

admin 22. Dezember 2007

Der Streit zwischen Hardy Fuß und dem wiedergewählten Vorsitzenden der Rhein-Erft-SPD, Guido van den Berg, ist zumindest offiziell beigelegt. Auslöser des Konflikts war bekanntlich die Empfehlung van den Bergs, Hans Krings als Landratskanditaten 2009 ins Rennen zu schicken, wohl um eine Kandidatur von Hardy Fuß zu verhindern. Gegen Krings kandidieren nun Karl-Ernst Forisch und Carol Fuchs, beide aus Hürth. Am 18.01. werden unter anderem die Elsdorfer Genossen darüber entscheiden, wer nun gegen den amtierenden Landrat Werner Stump (CDU) antreten wird. Diesem dürfte die Entscheidung ziemlich egal sein, eine realistische Chance hat zum jetzigen Zeitpunkt wohl keiner der SPD-Kandidaten gegen den aktuellen Amtsinhaber. Schade eigentlich, dass sich noch nicht rumgesprochen hat, wie rabiat Stump die Kommunen finanziell ausbluten lässt, um den Kreis auf Kosten der Kommunen zu sanieren.

Eiszeit

admin 22. Dezember 2007

Elsdorf zeigt sich in diesen Tagen winterlich. Die kalten Temperaturen lassen den Nebel kondensieren und gefrieren - Elsdorf zeigt sich kitschig weiß wie unter Puderzucker. Wo die Sonne durchkommt ist der weiße Zauber gegen Mittag aber schon wieder verschwunden.

Winter in ElsdorfWinter in ElsdorfWinter in ElsdorfWinter in Elsdorf

Wat soll dat denn?

admin 22. Dezember 2007

Die politische Situation in Elsdorf ist, um es vorsichtig zu sagen, festgefahren: der SPD-Bürgermeister Effertz muss sich gegen eine schwarz-gelbe Ratsmehrheit behaupten, die ausgerechnet von dem ihm bei der letzten Kommunalwahl unterlegenen Herrn Schiffer (CDU) angeführt wird. Mit jeder Menge persönlichem Zündstoff. Der Haushalt 2007 wurde erst im Sommer verabschiedet, Mitarbeiter sozialer Einrichtungen mussten um ihr Gehalt bangen, die Öffnung des Freibades drohte sich auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Eine ähnliche Farce gab es um die Öffnung des Hallenbades.

Das alles wurde aber überschattet durch das Spiel um den Kanalverkauf; die Übertragung des Kanals; nein, die “Aufgabenübertragung des gemeindlichen Kanalnetzes” an den Erftverband. Die im wesentlichen von Frank Granderath initiierte und angeführte Bürgerinitiative “Kein Kanal-Verkauf” wußte dies durch ein Bürgerbegehren und den anschließenden Bürgerentscheid, bei dem sich die Elsdorfer Bürger mit einer Wahlbeteiligung von 43% und einer Mehrheit von gut 85% gegen die Übertragung aussprachen, gekonnt zu verhindern. Kurzfristig hätten die durch die Übertragung ins Gemeindesäckel gespülten ca. 30 Millionen Euro der Gemeinde sicherlich gut getan, langfristig ist nach den Berechnungen der Gegner der Kanalnetzübertragung der Verbleib in der gemeindlichen Verwaltung günstiger. Günstiger wäre es sicherlich auch gewesen, erst einmal die rechtliche Klärung abzuwarten: am 06.12. wurde vom Landtag in seiner 77. Sitzung verfügt, dass Übertragungen in dieser Form nicht mehr zulässig sind – die geschätzten 35.000 Euro für den Bürgerentscheid hätte man sich sparen können. Das Gesetz wurde übrigens durch die CDU/FDP-Mehrheit im Landtag beschlossen, gegen den Willen der SPD und der GRÜNEN. Also umgekehrte politische Standpunkte wie in Elsdorf, wo sich letztere bekanntlich gegen die Übertragung einsetzten. 

Auch 2008 wird es spannend weiter gehen. Der neue Haushaltsentwurf ist sehr umstritten, die CDU/FDP-Ratsmehrheit wird voraussichtlich eine Blockadehaltung einnehmen (“Hätten wir den Kanal verkauft, dann…”). Wird das Altersheim am Ostbahnhof wirklich gebaut? Wie geht es weiter mit Terra Nova, dem Projekt, das Millionen an Fördermitteln nach Elsdorf bringen kann, die aber nach Ansicht einiger Politiker nur für Ideen von “Grünen Spinnern und Träumern” eingesetzt würden und daher lieber blockiert werden? Wird es ein Naherhohlungsgebiet geben und wird die Tagebau-Nordkante doch in absehbarer Zeit weiter begrünt? Wie entwickeln sich die Baugebiete entlang der alten Bahntrasse, an der Carl-Diem-Straße und ”am Kapellchen”? Werden Freibad und Hallenbad auch im nächsten Jahr wieder geöffnet? Werden neben dem mannshohen Zaun um die Elsdorfer Haupt- und Realschule weitere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen (wie wäre es mit Nato-Draht, Sicherheitsdienst, Videoüberwachung?), um die Anwohner vor den Schülern und die Schule vor Randalierern zu schützen? Werden die “schwarzen Sheriffs” die bösen ausländischen Jugendlichen in den Griff bekommen? Oder besinnt man sich darauf, dass soziale Arbeit (zum Beispiel durch Streetworker) vielleicht doch sinnvoller ist als Repression und Verdrängung? Jede Menge interessante Themen, die mehr als genug Material liefern für dieses Blog. Garantiert.

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